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Wettbewerbsauto präsentiert

HAWK-Projekt Wettbewerbsauto präsentiert

40 Studierende der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) haben sich etwa ein Jahr damit beschäftigt ein konkurrenzfähiges E-Fahrzeug zu entwickeln. Mit dem E_HAWK17 wollen sie internationale Wettbewerbe bestreiten. Am Donnerstagabend haben sie den Wagen am Standort Göttingen präsentiert.

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Quelle: pek

Göttingen. Vor der HAWK auf dem Zietengelände steht ein schwarzes Zelt. Musik tönt aus Lautsprechern, Menschen versammeln sich auf dem Platz, auf dem mit rotweißen Verkehrshüten ein Parcours markiert ist. Es sind vor allem Kommilitonen, Freunde und Verwandte des E_Hawk-Teams, die sich den Rollout, also die Präsentation des E-Renners nicht entgehen lassen wollen. Nach einigen einleitenden Worten öffnet sich das Zelt, weißer Qualm dringt heraus. Dann ein Surren, und das Gefährt steht auf dem Platz unter freiem Himmel. Kurzer Stopp, dann startet der Fahrer, der professionell mit schwarzem Overall, Rennfahrerschuhen und schickem Helm ausgestattet ist, einige Präsentationsrunden. Mit quietschenden Reifen jagt er um die Kurven, am Ende stoppt er mit heftigem Bremseinsatz. Es riecht nach Gummi.

Etwas größer als ein Gocart, 13-Zoll-Räder, ausgestellt wie bei einem Formel-1-Boliden und unter vier Sekunden Beschleunigung von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde. Der kleine Flitzer hat viel Leistung. Doch darauf kommt es nicht in erster Linie an. Denn den weltweiten Wettbewerb Formula Student gewinnt nicht das schnellste Fahrzeug, sondern das vielseitigste, erläuterte Timo Rusteberg, HAWK-Student und wirtschaftlicher Leiter des Projekts.

Gewertet werden beispielsweise die sogenannten statischen Disziplinen: Die Kostenübersicht muss vorgelegt werden, der Busninessplan muss die Jury ebenso überzeugen wie der Designreport. Die Studenten müssen ihre Konstruktionsentscheidungen erläutern, auch die müssen überzeugen. Gewertet werden aber selbstverständlich auch die dynamischen Disziplinen: 75 Meter Beschleunigung, eine Kreisbahn mit der schnellsten Runde, die Langstrecke über 22 Kilometer und der Energieverbrauch.

Der E_HAWK17 hat einen Vorgänger. Schon einmal beteiligt sich ein HAWK-Team an dem Wettbewerb und belegte bei einem Wettbewerb in Italien im Bereich Businessplan den zweiten Platz. Für eine erste Teilnahme ein großartiges Ergebnis, erläuterte Rusteberg.

Diesmal wollen sie angreifen. Es sein ihnen nicht vorrangig um Leistung gegangen, sagte Rusteberg. "Das Ziel: ein solides Konzept“. Vor allem an der Reduzierung des Gewichts hat das Team im vergangenen Jahr gearbeitet. Der E_HAWK 16 sollte unter 190 Kilogramm bleiben, damals schafften die Konstrukteure schließlich rund 177 Kilogramm. Der Wert sollte diesmal unterboten werden. Im Anschluss an die Produktion hievte das Team den Renner auf die Waage. Das Ergebnis beeindruckt. Nur 157,4 Kilogramm wurden gewogen.

Unter anderem auch dafür haben die studentischen Konstrukteure Teile aus aller Welt besorgt und verbaut. So kommen die Bremsen aus Schweden und die Schütze für den Akkukasten aus Mexiko.

Im ersten Anlauf konnte das Vorgängermodell schließlich keine der dynamischen Disziplinen gefahren werden. Ein Teil brach unmittelbar vor dem ersten Start. Das soll diesmal nicht passieren. Sehr akribisch haben sich die Studenten vorbereitet, die unterschiedliche Schwerpunkte verfolgt und verschiedene Fähigkeiten eingebracht haben. Sehr professionell wirkte die virtuelle Präsentation durch Rusteberg und den technischen Leiter Laurent Matthies. Noch professioneller allerdings der E_HAWK17 – bedeutend professioneller als sein Vorgänger, der auch zur Besichtigung stand.

Weltweiter Wettbewerb

Der Wettbewerb Formula Student wird weltweit ausgetragen. Alle, die daran beteiligt sind, müssen eingeschriebene Studenten sein. Professoren dürfen nur begrenzt Hilfestellung leisten. Bis zu 600 Teams weltweit beteiligen sich an dem Contest, einige schon seit Jahren. Weltweit sind auch die Renn-Orte gestreut. Das Team der HAWK rekrutiert sich aus den Standorten Göttingen und Hildesheim, drei Fakultäten sind beteiligt. Es fuhr bislang in Italien, in Belgien und im deutschen Hockenheim.

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