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Göttingen Plasmatechnologie in Medizin und Haushalt
Campus Göttingen Plasmatechnologie in Medizin und Haushalt
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00:15 09.05.2017
„Gezähmte Blitze“ töten Milben im Teppich. Der Milbenstaubsauger mit Plasmatechnik stößt auf großes Interesse. Daniel Freier stellt ihn am HAWK-Stand vor. Quelle: r
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Hannover

Plasma ist eine Schlüsseltechnologie, die industriell schon seit den 1960er-Jahren in vielen Bereichen eingesetzt wird. Die HAWK-Wissenschaftler untersuchen jedoch als weltweit erste die Behandlung menschlicher Haut mit Atmosphärendruck-Plasma. Es ist im Verhältnis zu anderen Plasmen, die sich etwa zur Bearbeitung von Metallen oder Kunststoffen nutzen lassen, vergleichsweise kühl und sein Druck entspricht etwa dem normalen Luftdruck. Die weltweit ersten klinischen Studien zur plasmaunterstützten Wundheilung liefen am Klinikum Schwabing (München) und an der Universitätsmedizin Göttingen.
Mit dem Läusekamm auf Plasmabasis, dem PlasmaDerm zur Wundheilungsförderung und Keimreduktion, sowie dem Milbenstaubsauger erobern die erfolgreichen Forschungen der HAWK nun den medizinischen und Homecare-Bereich. Die HAWK-Forschung ist damit auf dem Weg, Volkskrankheiten wie Neurodermitis oder Schuppenflechte mit Hilfe von Plasma-Behandlungen signifikant zu lindern. Plasma-Anwendungen wie Handgeräte zur Wundheilung oder der Plasma-Läusekamm zählen in den nächsten Jahren womöglich zur Selbstverständlichkeit in Haushalt und Handwerk.

Viöl geht davon aus, dass der Läusekamm zum Ende des Jahres, zum auch für private Haushalte bezahlbaren Preis, in den Handel kommen wird. Für PlasmaDerm besteht bereits seit 2004 das Patent und ist seit zehn Jahren auf dem Markt. Ministerin Gabriele Heinen-Kljajić vom niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur hob beim Besuch des HAWK-Standes hervor, dass aus den Forschungen der Hochschule wirtschaftlich wertvolle Innovationen entstehen.

Auch sei hier ein gutes Beispiel dafür gesetzt, dass medizinische, technische, natur- und ingenieurwissenschaftliche Forschungen ineinandergreifen. Viöl erklärte, dass an der Göttinger Fakultät für Naturwissenschaften und Technik, Studierende verschiedener Fachrichtungen beteiligt seien und nun auch ein Masterstudiengang für Laser- und Plasmatechnik angeboten wird. In Anbetracht dessen, dass sich Deutschland weltweit auf Platz drei in der Plasmaforschung befindet, ist dies ein aussichtsreicher Studiengang. An Ideen mangelt es Viöl und seinem Team nicht und er sagt „Besonders im Homecare-Bereich bieten sich viele Einsatzmöglichkeiten“.

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