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Historisches Geschenk

Ehepaar übergibt der Universität Göttingen koptische Gewebe Historisches Geschenk

Ein Geschenk von historischer Bedeutung bekam die Universität Göttingen überreicht: Die Göttinger Renate und Fritz Helten übergaben der Hochschule sechs koptische Gewebefragmente, ägyptisches Kunsthandwerk aus der Zeit vom dritten bis achten Jahrhundert. Genutzt werden sollen diese für Forschung und Lehre.

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Die zentrale Kustodie der Universität Göttingen erhält koptische Gewebefragmente als Geschenk von Renate und Fritz Helten.

Quelle: Harald Wenzel

Göttingen. „Das war unglaublich“, erzählt Fritz Helten, wie drei der Gewebe in seinen Besitz übergingen. Er sei 1967 auf Teneriffa gewesen. „Da hat auf einem Kunstmarkt eine Verkäuferin koptische Webereien angeboten, ich konnte erst nicht glauben, dass die echt sind“, so der Hobbysammler. Nach mehrfachem Ansehen ging er das Risiko ein und wurde belohnt. „Die Gewebe wurden geprüft und als echt erkannt“, sagt Helten. Ebenso geschah es mit den drei weiteren Gewebefragmenten, die Helten von seinem Großvater, einem „Orientreisenden“, erbte.

Auch Dr. Suzana Hodak, Expertin für Koptologie von der Universität Münster, prüfte die Gewebe. „Koptisch ist ursprünglich ein ethnischer Begriff und bedeutet ägyptisch“, erklärt sie. Das heiße, dass von der koptischen Kunst nur ein Teil christliche Hinterlassenschaften seien. Auf den Gewebefragmenten von Helten - beige-braune Leinen mit dunkleren Mustern, die auf ein A4-Blatt passen - finden sich keine christlichen Motive, so Hodak. Bei fünf Fragmenten konnte Hodak rekonstruieren, dass sie von Gewändern stammen - die nach Raubgrabungen zum Verkauf zerschnitten wurden.

„Es gibt nur einen knappen Markt, deshalb wollte ich die Gewebe zugänglich machen“, sagt Helten, der sich wünscht, die Fragmente im Forum Wissen - wenn es fertig ist - wiederzusehen. Eine „Sonderausstellung“ kann auch Prof. Hedwig Röckelein vom Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte der Uni sich vorstellen. „Wir bewahren die Gewebe in Räumen mit dem richtigen Klima auf“, sagt sie. Dort können sie von Studenten und Dozenten des Seminars für Ägyptologie und Koptologie genutzt werden.

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