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Göttingen Durch die Zeit getanzt
Campus Göttingen Durch die Zeit getanzt
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19:09 27.01.2018
Tanzgala des Hochschulsports unter dem Motto „The Timemachine - eine Reise durch die Zeit“. Quelle: Swen Pförtner
Göttingen

Mit Ketten um den Beinen schleppen sich zwei Mädchen auf die Tanzfläche, ihre hautfarbene Kleidung ist voller schwarzer Flecken, jeder Schritt wirkt schwer. Da turnen bereits ein Mann und eine Frau grazil in der Luft – nur gehalten von einem Vertikaltuch, in dem sie sich akrobatisch Richtung Turnhallendecke bewegen und sich beeindruckend wieder herunterdrehen. Sie sind die Sklaventreiber in dieser Geschichte, in dieser Zeitreise der Vertikaltuchgruppe in die Zeit der Massenversklavung in den USA. Sie gehörten zu den ersten Gruppen, die vor den rund 1000 Zuschauern bei der TanzgalaHochschulsport Goes Dance“ auftreten durften – und legten die Messlatte gleich hoch.

Eine Reise durch die Zeit

„The Timemachine – eine Reise durch die Zeit“ lautete das diesjährige Motto der Tanzgala in der großen Sporthalle des Hochschulsports, die seit 2011 jährlich vom Hochschulsport organisiert wird. Passend dazu stand eine selbstgebaute Zeitmaschine – ob sie wirklich funktioniert, wurde nicht getestet – in der großen Sporthalle.

„Das ist einzigartig im Hochschulsport in Deutschland“, sagte Mischa Lumme vom Hochschulsport Göttingen über die Tanzveranstaltung, die in den vergangenen Jahren immer mehr zu einer Großveranstaltung angewachsen sei. Während im ersten Jahr noch etwa 200 Menschen den Tänzern bei ihren Choreografien zugesehen hätten, habe sich das Publikum nun verfünffacht.

Zumba-Gruppe entführt in die Achtziger

Dabei sind die Zuschauer nicht nur mehr geworden, sondern auch voller Begeisterung. Die Zumba-Gruppe entführt sie mit ihrer poppigen Choreografie in die Achtziger-Jahre – voll mit Neonfarben und ganz viel Energie. Bunt, verrückt und elektrisierend ist diese Aufführung.

Tänzerische Zeitreise bei „The Timemachine“.

Trainerin Miluska Eberhard, die selbst mittanzt, beweist eindrücklich, dass sie den Spaß am Tanz vermitteln und in überzeugende Choreografien verwandeln kann – so auch in ihrer späteren Vorstellung mit der Latin-Dance-Gruppe. Ihr Trumpf: einer der wenigen Männer in den beiden Gruppen, der trotz Frauenüberschuss ganz vorne mittanzt – und der in seinem knallgelben Trainingsanzug einen überzeugenden Booty-Shake auf die Tanzfläche bringt.

Swing und Rap

Ebenfalls mit Po und auch Bauch gewackelt wurde in der Choreografie der Bauchtänzerinnen – hier allerdings ein bisschen weicher. Zu der Gruppe gehört auch Abbey Ingram: „Ich bin seit zwei Jahren hier in Göttingen in der Bauchtanzgruppe“, erzählt die 25-jährige Euroculture-Studentin. Mit ihren Mittänzerinnen bringt sie den Flair der Zwanzigerjahre bauchtänzerisch auf die Bühne: Im bauchfreien Spitzentop und mit goldenen Perlen und Pailletten an der Hose lassen sie Hüfte und Bauch nicht nur zu swingigen Zwanzigerjahre-Songs, sondern auch zu Rap-Parts kreisen.

Ballett, Hip Hop und Rock’n’Roll

„Wir werden durch verschiedene historische Epochen reisen“, hatte Milena Dettenbach, die den Abend gemeinsam mit Rebekka Roetger moderierte, zu Anfang versprochen. Das Versprechen sollte gehalten werden: In ihren Choreografien bewegten sich die 19 Tanzgruppen mit insgesamt über 300 Tänzern – von Ballett über Hip-Hop bis zu Rock’n Roll – durch die verschiedenen Jahrhunderte und übersetzten ihre Ideen tänzerisch ins Heute.

Und erreichten damit auch die vielen Zuschauer: „Ich bin jetzt zum fünften Mal hier und es ist jedes Mal total super“, sagt die 42-jährige Sandra begeistert. Ein Highlight sei unter anderem für sie die Tanzakrobatik gewesen sowie die Aufführung der Vertikaltuchgruppe. Zumindest tänzerisch funktioniert die Zeitmaschine also schon mal.

Von Hannah Scheiwe

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