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Campus Göttingen DIES lockt 9000 Besucher an
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22:01 30.05.2018
Kampfsportler beim DIES am Göttinger Hochschulsport. Quelle: Peter Heller
Göttingen

Auch 36 Beachvolleyballmannschaften nahmen den ganzen Nachmittag an den Turnieren teil. Fans des Sportes dekorierten sich mit Bienchen-Flügeln, Hawaiiketten und Sombrero – kreativ waren auch Aktionsangebote wie Tauziehen mit der Kehrmaschine oder das traditionelle Bobbycar-Rennen.

Wohin man sieht: Es herrscht die Vielfalt! Damit war das diesjährige Motto „#feelfalt erleben“ voll erfüllt. Junge Menschen aus ganz Deutschland werden inzwischen von dem Großevent angezogen. So auch die 20-Jährige Nora Matthiesen, die extra aus Würzburg angereist ist: „Dieses Event ist wirklich umwerfend. Ich hätte nicht gedacht, dass ein von der Universität veranstalteter Sporttag so eine Atmosphäre hat, so viele Leute anzieht und so überzeugt“, versucht die Studentin das Erlebte in Worte zu fassen.

Eigens gegründeten Fanclub

Neben ihr steht Florian Fleer. Der 29-Jährige Forststudent hält in der Hand laut eigener Überzeugung das Trendgetränk des Tages: „Skinny bitch“: „Ich bin heute hier um Spaß zu machen, Leute kennenzulernen und die Sportler anzufeuern.“

Das tut auch Johanna Heise. Sie gehört dem eigens gegründeten Fanclub der Fußballmannschaft „Haasis 11“ an und ist zum ersten Mal zu Gast beim Dies. „Dass die vielen Aktionen, die angeboten werden alle umsonst sind und zugleich auch richtig cool, beeindruckt mich sehr.“ Mit vielen Aktionen meint sie unteranderem das Bull-Riding, die Info-Zelte beispielsweise von der Aids-Hilfe, Tafel und der TK. In letztem steht Marc Müller. Der ehemalige Student ist heute als Leiter des Projekts eStars in Göttingen. „Wir touren momentan durch ganz Deutschland. Dabei ist der Tag in Göttingen mit Abstand der beste. Nirgendwo anders gibt es so eine Atmosphäre auf so einem Gelände.“

Tolles Wetter und viel Spaß hatten die Teilnehmer des Sporttags auf dem Gelände des Sportinstituts der Göttinger Universität.

Das Gelände nennt Mischa Lumme, Projektleiter des Dies, auch als einen Grund, warum der Sporttag so gut ankommt: „Die Bedingungen hier sind perfekt für eine Feier dieser Größenordnung. Wir haben hier tolle Anlagen, eine gute Aufteilung, sind in einer klassischen Studentenstadt – und nicht zuletzt die Uni-Liga ist ein Grund dafür, dass die Kultur des Teamgefühls auf den heutigen Tag übertragen wird. 150 Helfer sorgen dafür, dass alles so läuft wie geplant. Wir sind zufrieden! Vor allem auch, dass das es nicht zu dem vorhergesagten Regen gekommen ist. Es ist ein verrücktes Fest.“

Pro Tor einen Euro

Insgesamt haben sich 270 Teams angemeldet. Von der Anmeldegebühr jeden Teams werden fünf Euro an das Projekt „Kleine Rücken brauchen Hilfe“ gespendet. Die Universitätsmedizin, unter der dieses Projekt von Prof. Anna-Kathrin Hell ins Leben gerufen wurde, ist auch mit einem Stand vertreten. Dort erklärt Marina Hecker, wofür das Geld gebraucht wird: „Wir wollen ein Röntgengerät anschaffen, dass 90 Prozent der Strahlendosis einspart. Das ist gerade für Kinder mit einer Fehlstellung der Wirbelsäule wichtig, denn die müssen teilweise ihr Leben lang untersucht werden – da ist jede einzelne Einsparung sehr wichtig. Denn jede Strahlung erhöht das Krebsrisiko.“ Zusätzlich zu dem 1350 Euro gibt es die Möglichkeit beim Torwandschießen pro Tor einen Euro durch die Stadtwerke zu spenden.

An einem Tag alle Angebote wahrzunehmen ist kaum möglich. Allein schon sich einen Weg durch die Menschenmassen in Einhornkostümen und mit aufblasbaren Palmen zu bahnen, stellt eine kleine Unmöglichkeit dar. Es gibt Live-Musik, Disko-Zelte und eine Showbühne. Auf der präsentieren Gruppen des GroupFitness, Bauchtanz, Jazzdance, Headis usw. ihr Gelerntes auf.

Rike Lehbrink schaut gebannt zu: „Ich finde es toll, dass die Gruppen hier die Möglichkeit haben, vor so einem großen Publikum ihr Können zu präsentieren. Es herrscht allgemein auf den Sportplätzen eine schöne Atmosphäre.“ Gerade steht Trainer Ingo Dansberg auf den Brettern. Mit einem Mikrofon in der Hand kommentiert er das Spiel von Arndt Meissner und seinem Teamkollegen: Die beiden spielen Headis.

In den Abendstunden versammeln sich noch tausende Zuhörer in den Schatten der Bäume um beim Poetry-Slam zuzuhören und erwarten gespannt Deutschlands größten Klimmzugkontest, der jedes Jahr ein absoluter Höhepunkt darstellt. Moderiert wird dieser von Alexander Schlüter, der im nächsten Jahr als Champions-League-Kommentator arbeiten wird. Eine rundum positive Bilanz wird von allen Seiten gezogen. Nur von einem nicht: Markus Kaczmarek, Einsatzleiter der Sanitäter: „In diesem Jahr haben wir schon 50 Personen bis 18 Uhr behandeln müssen. Letztes Jahr waren es insgesamt 30 am Dies.“ Von Knochenbrüchen über Blutungen bis hin zu Knie- und Knöchelverletzungen ist alles vertreten.

Trotz dieser erschreckenden Bilanz, tut das der Stimmung für den Großteil aber keinen Abbruch. Till Schaller, der bisher mit seinem Fußballteam alle Spiele verloren hat, fasst zusammen, warum der Tag trotzdem für ihn großartig war: „Unser Motto ist heute: Chillen, Grillen, Kastenkillen. Da macht verlieren sogar Spaß. Wenn nicht hier, wann dann“, sagt der 21-Jährige und blickt zufrieden über den Platz mit den tausenden Leuten, die im Abendlicht feiern.

Headis – Mit Kopf und Platte

Headis ist eine Trendsportart, die 2007 in Kaiserslautern erfunden wurde. Man spielt nach Tischtennis- und Tennisregeln. Mit dem Kopf wird der Headis-Ball, welcher kleiner und schwerer ist als ein gewöhnlicher Softball, über das Netz der Tischtennisplatte gespielt. „Dabei ist die Verletzungsgefahr sehr gering, weil die Regeln erlauben, dass man sich mit allen Körperteilen auf der Platte abstützen darf“, erklärt Dansberg.

„Headis ist das moderne Bodyworkout. Trainiert werden vor allem Bauch, Rücken und Beine.“ Momentan spielen um die 25 Leute die eher unbekannte Sportart in Göttingen. Sie wird sowohl beim ASC Göttingen, als auch beim Hochschulsport angeboten. „Man braucht keine Vorerfahrungen und zum Ausüben keine besonderen Rahmenbedingungen“, nennt der Trainer die Vorteile dieser Sportart.

Bobby-Car-Wettrennen – große Menschen, kleine Autos

Arne Göhring und sein Teamstellen die ersten Gruppen zusammen. Unter den vier Starten sind auch Sven Meienberg und Alena Dietl. „Wenn ich pfeife geht es los“, gibt Göhring durch sein Megafon an. Und schon startet die Gruppe – den Berg hinunter in die Rechtskurve. Bis zur Hälfte der Strecke liegt Alena Dietl vorne, doch plötzlich schießt Sven wie ein Pfeil an ihr vorbei und gewinnt prompt den ersten Durchgang. „Ich habe mich einfach ganz weit nach hinten gelegt und in der Kurve ordentlich die Hacken in den Boden gestemmt“, verrät der 20-Jährige seine Erfolgsstrategie.

Das Bobby-Car-Rennen Quelle: Christina Hinzmann

Zum Abkühlen geht es in den Action Pool des Great Barrier Runs. Dort muss auf einem Balken über dem Gewässer geringt werden, bevor man eine Abkühlung im kühlen Nass bekommt. Aus dem Becken kommt Matheo Carl. Sein Freund Ansgar Meyer wartet schon auf ihn. „Das hat Spaß gemacht. Vor allem bei dieser Hitze heute ist es eine tolle Möglichkeit sich zu erfrischen“, so Carl.

Dodgeball – weniger Sieg, mehr Spaß

24 Teams spielenum den ersten Platz. Dabei sind die Regeln so ähnlich wie beim Völkerball. „Was den Dodgeball hier beim Dies ausmacht ist die Atmosphäre. Hier geht es weniger um den Sieg, als um den Spaß an der Gemeinschaft“, erklärt Laura Möller.

Zusammen mit Antonia Staacke und Melissa Pohl steht sie für alle Fragen bereit. Max Wirzbinna ist begeisterter Teilnehmer: „Wir haben bisher fast alle Spiele gewonnen und haben noch nie dafür trainiert“, gibt der selbsternannte „Waterboy“ zu. „Waterboy nennen wir ihn, weil er zur Abkühlung mit einem Pflanzen-Wasserbestäuber herumläuft“, erklärt seine Freundin Anna Klassen, die der Überzeugung ist, dass Max Talent eher im Abkühlen als im Ballsport liegt. Den beiden gefällt die Atmosphäre des Fests sehr gut.

Von Katharina Mengel

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