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Göttingen 114 Werke von Künstler Heiner Bauschert im Göttinger Max-Planck-Institut
Campus Göttingen 114 Werke von Künstler Heiner Bauschert im Göttinger Max-Planck-Institut
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00:24 12.04.2018
Thomas Bauschert erklärt die Werke seines Vaters. Quelle: Madita Eggers
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Göttingen

Der Holzschnitt ist eine Drucktechnik, die mit der Farbe, Form und Struktur des Holzes arbeitet. „Das Besondere an der Kunst meines Vaters ist die Art und Weise, wie er mit dem Holz gearbeitet hat. Er hat mit dem Holz gearbeitet und nicht gegen das Holz“, sagte Bauschert. Gemeint sind die Holzstrukturen, die teilweise deutlich auf den Bildern zu erkennen sind: Beispielsweise ist ein Astloch bei „Blauer Landschaft“ die Sonne, oder der Betrachter erkennt deutlich die Alterslinien eines Baumes beim „Ölvogel“. Bauschert malte Landschaften, Tiere und Porträts: „Dinge, die wirklich da waren“, beschreibt Organisator Ulrich Nauber die Motivwahl. Dadurch wirkten seine Bilder sehr persönlich. Erzählte Anekdoten untermalen diesen Eindruck: „Mein Vater hat Familienmitglieder, aber auch Studenten, die bei uns zur Miete gewohnt haben, porträtiert“, sagte Bauschert.

 Ohne Farbe viel Wirkung

Mehrere Aquarelle in kräftigen Farben vervollständigen die Ausstellung. Diese Bilder entstanden oft im Ausland: Aufenthalte in Südfrankreich, aber auch Reisen in mediterrane Länder inspirierten den Künstler zur Darstellung von prächtigen Pfingstrosen und sich sonnenden Frauen in Bademode. Ein weiteres Merkmal Bauscherts ist, dass er auch ohne Farbe viel bewirken kann: Weiß gebliebene Flächen werden nicht als solche wahrgenommen: Sie sind der Himmel, der Schnee oder ein Bergpfad wie bei „Wolken über dem Bühler Tal“.

 „Ich habe schon öfters auf Vernissagen in Tübingen gespielt“, erzählt Bauschert, der zusammen mit seiner Ehefrau Elke mehrere Lieder wie „Norwegian Wood“ von den Beatles zur Eröffnung sang. „Wenn ich die Bilder meines Vaters sehe, habe ich Lust zu spielen. Ich finde, das passt.“ Ausgestellt sind 114 Werke, vorrangig Farbholzschnitte, die alle aus Heiner Bauscherts Nachlass stammen. „Nanna Bauschert-Engel, die Witwe Bauscherts, ist es zu verdanken, dass seine Kunst weiterlebt“, erzählt Nauber.

Erste Holzschnitte Anfang der 1950er Jahre

 Bauschert wurde 1928 in Tübingen geboren und starb bereits im Alter von 58 Jahren nach kurzer heftiger Krankheit. Er lernte an der privaten Kunsthochschule von Hugo Lange und absolvierte unter anderem die Zeichenklasse von Karl Hubbuch an der Akademie der Bildende Künste in Karlsruhe. Anfang der 1950er Jahre begann er mit seinen ersten Holzschnitten und arbeitete als Wissenschaftlicher Zeichner am Zoologischen Institut der Universität Tübingen, wie Nauber mitteilte.

 Die Ausstellung im Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, Am Fassberg 11, ist Teil der Reihe „Kultur am Fassberg“ und kann bis Dienstag, 1. Mai, montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr und sonnabends bis sonntags von 10 bis 16 Uhr besucht werden.

Von Madita Eggers

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