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Hypothese: Wichtig für Sammler und Forscher

Vortrag des Mediziners Christoph Viebahn Hypothese: Wichtig für Sammler und Forscher

Zählt zum Forschen auch das Sammeln? Dieser Frage ging der Leiter der Abteilung Anatomie und Embryologie der Universitätsmedizin, Prof. Christoph Viebahn als Referent bei der Ausstellung „Dinge des Wissens“ nach.

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Aus Neuseeland: Im 18. Jahrhundert gesammelter Farn.

Quelle: pug

Göttingen. Für Viebahn standen die beiden Titelbegriffe „Forschen und Sammeln“ stellvertretend für unterschiedliche wissenschaftliche Ansätze, die auf der einen Seite das Experiment auf der anderen Seite die Beschreibung als Mittelpunkt haben.

Christoph Viebahn

Quelle: JV

Viebahns Vortragstitel erinnerte nicht von ungefähr an das bekannte Begriffspaar der steinzeitlichen Jäger und Sammler. Auch sie stehen für unterschiedliche Ansätze. Und wie menschliches Leben nur auf Grundlage der Jagd oder des Sammelns längst nicht so erfolgreich möglich gewesen wäre, ist wissenschaftliche Erkenntnis erst dann besonders gewinnbringend, wenn sie sowohl auf Experimenten wie auf Sammlungen aufbaut. Ein vielversprechendes Spannungsfeld also, dessen gegensätzliche Kräfte sich gegenseitig bereichern können.

Dass sich beide Bereiche dabei manchmal gar nicht so unähnlich sind, zeigte Viebahn ebenfalls. Gründet ein Experiment in der Regel auf einer Hypothese, also einer Annahme, was im Experiment geschehen könnte, so sei auch beim Sammeln eine Hypothese wichtig, beispielsweise in der Frage „Was fehlt in der Sammlung?“. Umgekehrt könne der „Spieltrieb“, der Sammlern gerne nachgesagt wird, auch bei Experimentatoren die Ausgangsannahme in den Hintergrund drängen und ganz neue Erkenntnisse ermöglichen.

Wie aus Sammlungen Erkenntnisse konkret entstehen, zeigte Viebahn anhand ausgewählter Sammlungen der Universität Göttingen. Dabei kommen bei einigen sogar die sonst so gegensätzlichen Forschungsansätze zusammen, etwa im alten botanischen Garten oder dem Universitäts-Herbarium, wo die alten gesammelten Pflanzen mit neuen Methoden, gerne auch experimentellen, untersucht werden und so ein neues Bild von Verbreitungswegen, Entwicklungsstufen und vielem mehr entstehen kann.

Die Vortragsreihe zur Ausstellung „Dinge des Wissens“ wird fortgesetzt am Mittwoch, 19. September. Dr. Katja Lembke vom Niedersächsischen Landesmuseum Hannover spricht dann zum Thema „Wissen sammeln, Wissen vermitteln. Über die Rolle von Museen und Sammlungen im 21. Jahrhundert“. Beginn ist um 18.15 Uhr in der Paulinerkirche, Papendiek 14, Vortragsraum.

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