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Im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Politik

Wissenschaftliche Politikberatung Im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Politik

Im laufenden Sommersemester beleuchtet die zentrale Ringvorlesung der Georg-August-Universität das Thema „Wissenschaftliche Politikberatung“ und setzt sich damit mit einem Spannungsfeld auseinander, das erst jüngst in der Diskussion um das Verbot einer genveränderten Maissorte neuen Zündstoff erhielt. 

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Setzt auf Prinzipien: Hans-Heinrich Trute.

Quelle: Theodoro da Silva

Nach dem krankheitsbedingten Ausfall des ersten Termins machte am Dienstag Prof. Hans-Heinrich Trute aus Hamburg den Auftakt zur Ringvorlesung. In seinem Vortrag beschäftigte er sich mit „Wissensgesellschaft, Demokratie, Legitimation“.

Die Idee für das aktuelle Thema der Ringvorlesung entstand im Rahmen der gesellschaftswissenschaftlichen Graduiertenschule, in der die wirtschaftswissenschaftliche, die sozialwissenschaftliche, die juristische, die agrarwissenschaftliche sowie die Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie zusammen arbeiten. Ein Verbund von Wissenschaftlern also, die ein besonders enger Bezug zur Politik eint.

Dass es mit dem idealisierten einfachen Wissenstransfer von der Wissenschaft in die Politik nicht weit her sein kann, ahnt selbst der Laie. Selbst bei der Themensetzung und der Entwicklung von Fragestellungen können Anstöße aus der Politik kommen, viele Probleme rücken aber auch erst durch die Wissenschaft und ihre mediale Kommunikation in den politischen Fokus. Welche Akteure dabei welche anderen beeinflussen, lässt sich schnell kaum noch nachvollziehen; zu komplex sind die Systeme, in denen sie agieren.

Scheinbar unangreifbar

Das Interesse der Öffentlichkeit an Wissenschaft und ihren Erkenntnissen hat, so hat man den Eindruck, in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Und so scheint es nur verständlich, dass Politik zunehmend auf Wissenschaftler zurückgreift und mit den scheinbar unangreifbaren Fakten Entscheidungen flankiert oder begründet. Eine gewisse Unsicherheit, die wissenschaftlichem Wissen immer anhaftet, bleibt dabei meist unberücksichtigt.

Dass letztlich keine optimale Organisationsform von wissenschaftlicher Politikberatung möglich sei, war Trutes Fazit. Wichtig aber, so der Rechtswissenschaftler, sei die Berücksichtigung von Prinzipien wie Distanz, Pluralismus, Transparenz und Publizität. Als langjähriger Ombudsmann der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Fragen wissenschaftlichen Fehlverhaltens kann Trute diese Punkte nicht nur aus wissenschaftlicher Sicht sondern auch aus eigener Erfahrung bestätigen.

Die Ringvorlesung wird fortgesetzt am 28. April. Prof. Andreas Busch, Göttingen, spricht zum Thema „Politikwissenschaft und Praxis: Konturen eines schwierigen Verhältnisses“ um 18.15 Uhr in der Aula der Universität, Wilhelmsplatz 1.

                                                                                                           Von Isabel Trzeciok

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