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Marsmission mit Beteiligung aus Göttingen

Leben auf dem Roten Planeten Marsmission mit Beteiligung aus Göttingen

Bei der Mission Exo Mars soll 2018 ein Rover auf dem Mars abgesetzt werden. Der unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Göttingen gebaute Mars Organic Molecule Analyser soll an Bord des Rovers auf der Oberfläche landen und Spuren früheren Lebens suchen.

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ExoMars Rover auf der Marsoberfläche (künstlerische Darstellung).

Quelle: EF

Göttingen. Am 14. März wird vom Weltraumzentrum Baikonur die Raumsonde ExoMars 2016 auf ihre Reise zum Mars gehen. Der erfolgreiche Start ebnet den Weg für die in zwei Jahren geplante Mission ExoMars 2018, die einen Rover und eine Landeplattform auf dem Mars absetzen soll. Das Ziel des Programms ist es herauszufinden, ob der Mars einstmals belebt war und, wenn ja, ob er es heute noch ist.

Aussichtsreicher Kandidat

Der Mars ist heute ein wüstenähnlicher, kalter Planet mit einer dünnen Atmosphäre. In den ersten Milliarden Jahren nach seiner Entstehung war das Klima dort wärmer und feuchter. Auf der Marsoberfläche gibt es zahlreiche Spuren von Wasser, das dort einst in flüssiger Form existierte. Für Leben, wie wir es kennen, ist flüssiges Wasser eine Grundvoraussetzung, weshalb der Rote Planet als aussichtsreichster Kandidat für die Entwicklung von Leben auf einem anderen Himmelskörper in unserem Sonnensystem angesehen wird. Landemissionen suchten bereits seit den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts nach Spuren von Leben auf dem Mars, bisher jedoch erfolglos.

Beim Gemeinschaftsprojekt ExoMars der Europäischen Weltraumagentur ESA und der russischen Weltraumbehörde Roscosmos sollen der Trace Gas Orbiter und dem Landemodul Schiaparelli  im Oktober gemeinsam den Mars erreichen. Die Hauptaufgabe des Orbiters ist die Messung von Spurengasen in der Marsatmosphäre, während das Landemodul Technologien für eine weiche Landung demonstrieren soll.

Überreste früheren Lebens

Die zweite Mission soll 2018 folgen. Sie besteht aus einem europäischen Marsrover und einer russischen Landeplattform. Der Rover wird mit einem Bohrsystem ausgestattet sein, mit dem sich Proben aus einer Tiefe von bis zu 2 Metern entnehmen und anschließend analysieren lassen. Eines der Analyse-Instrumente, der Mars Organic Molecule Analyser (Moma), wird unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen entwickelt und gebaut.

Am aussichtsreichsten ist es, Spuren von früherem Leben in fossilen Gesteinsüberresten oder in Form von organischen Molekülen zu finden. Irdisches Leben hat sich auf bestimmte chemische Substanzen spezialisiert, die als wichtige Biomarker gelten. So werden in Stoffwechselprozessen bestimmte Schlüsselmoleküle aufgenommen oder synthetisiert, von denen viele Chiralität zeigen: es gibt zwei spiegelsymmetrische Formen dieser Moleküle. ”Irdisches Leben ist chiral und verwendet nur links-händige Aminosäuren und rechts-händige Zucker“ erklärt Dr. Fred Goesmann vom MPS, leitender Wissenschaftler für das Instrument Moma. ”Die Entdeckung von Molekülen von nur einer chiralen Form wäre daher ein starkes Indiz dafür, dass bei der Entstehung dieser Moleküle biologische Vorgänge eine wesentliche Rolle gespielt haben“, so Goesmann.

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