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Göttingen Informatikerin Eckert über Cyber-Angriffe und Gefahren der Informationstechnik
Campus Göttingen Informatikerin Eckert über Cyber-Angriffe und Gefahren der Informationstechnik
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18:42 04.09.2014
Wer IT-Sicherheit studiert, schaut sich Computer im Detail an: Student der Hochschule Albstadt-Sigmaringen. Quelle: EF
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Göttingen

Dass die meisten Apps ganz nebenbei  Orts- und Adressdaten abgreifen, wissen die Wenigsten, betonte Prof. Claudia Eckert in ihrem Vortrag. Die Informatikerin aus München sprach Mittwoch über  „IT-Sicherheit: Herausforderungen für Wissenschaft und Gesellschaft“ bei der  10. Göttinger Akademiewoche im Alten Rathaus.

Rasant gehe die Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) vonstatten. Das autonom fahrende Auto, in dem man während der Fahrt gemütlich Kaffee trinken könne, stehe quasi schon vor der Tür, so die Informatikerin Eckert. Die IKT sei aus ihrer Sicht das zentrale Nervensystem der Systeme von Morgen und bereits in allen Lebensbereichen vorhanden.

Aber wie angreifbar sind diese Systeme und wie angreifbar ihre Nutzer? Als Nutzer setze man voraus, dass die modernen Systeme korrekt arbeiteten, verlässlich und vor allem beherrschbar seien. Der Mensch in seiner Naivität und Sorglosigkeit oder auch Überforderung angesichts der rasch fortschreitenden Entwicklung sei da ein nicht zu unterschätzender Unsicherheitsfaktor, so Eckert. 

„Gefahr für Leib und Leben“

Zu wenig denke man zum Beispiel über Datenweitergabe in sozialen Netzwerken nach. Informationen bedeuteten Macht und machten manipulier- und erpressbar. Darüber hinaus seien Cyber-Angriffe im großen Stil ein großes Geschäft. Das habe nicht zuletzt die NSA-Affäre gezeigt. 

Neben monetären Einbußen, habe man aber heute noch schlimmeres zu befürchten. So sei es bereits zu Angriffen auf drahtlos vernetzte medizinische Geräte wie Herzschrittmacher oder Insulinpumpen gekommen, es bestehe also „Gefahr für Leib und Leben“, macht Eckert deutlich. Die Leiterin des Fachgebiets „Sicherheit in der Informatik“ an der Technischen Universität München fordert eine neue Kultur der Sicherheit.

Kultur beinhalte immer eine Gestaltungsaufgabe, für die in diesem Fall interdisziplinäre Arbeit notwendig sei, um das Ziel einer digitalen Souveränität zu erreichen. Dazu müsse man zuallererst in der Lage sein, Sicherheit beurteilen zu können, was oftmals neue Analyseverfahren erfordere.

Dem deutschen Bildungssystem attestierte Eckert enorme Lücken in Bezug auf den Umgang mit modernen Informationstechnologien: „Es mangelt an allen Ecken und Enden.“ So bewerte das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) laut einer Umfrage 27 Prozent der Deutschen  als internetfern und verunsichert in Bezug auf die schöne, neue Technik.

Von Marie Varela

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