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Göttingen Infotag zum Orthobionik-Studium
Campus Göttingen Infotag zum Orthobionik-Studium
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17:28 02.02.2018
Allein handwerkliche Kenntnisse reichen nicht mehr aus: Welche Qualifikationen für den Beruf des Orthobionikers notwendig sind, haben die Teilnehmer eines Rundgangs erfahren. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Die Bewerbung um einen Studienplatz beim Zentrum, das zur PFH Göttingen gehört, hatte der gelernte Orthopädie-Schuhmacher Christopher Glenck gleich mitgebracht. „Seit Jahren trete ich auf der Stelle“, meinte der 33-Jährige, der aus Sangerhausen stammt. Er wolle beruflich weiterkommen, deshalb interessiere ihn der Studiengang. Mit einem Bachelor-Abschluss rückten gut bezahlte Stellen etwa in der Industrie oder im Handel in Reichweite.

Wenige machen zuvor eine Ausbildung

Erst einmal informieren wollte sich Dennis Cilien. Die Ausbildung zum Physiotherapeuten, so der Göttinger, beende er in diesem Jahr. Nach der Schule habe er eine Lehre begonnen, um praktische Kenntnisse zu erwerben. Darauf aufbauend könne er sich nun ein Studium vorstellen. „Drei, vier unserer bis zu 25 Studienanfänger pro Jahr haben zuvor eine Ausbildung gemacht, die übrigen kommen direkt nach dem Abitur“, sagte PFH-Präsident Frank Albe.

Auf Initiative von Otto Bock Health Care

„Ich will meine medizinischen Kenntnisse vertiefen“, erklärte Cilien. Am Beruf des Orthobionikers, der Patienten mit Prothesen und Orthesen versorge, gefalle ihm die Arbeit mit Menschen. Weil die Produkte immer anspruchsvoller würden, habe das Duderstädter Unternehmen Otto Bock Health Care den Studiengang initiiert, führte Präsident Albe aus. Allein handwerkliche Kenntnisse reichten aus Sicht des Weltmarktführers für Prothesen nicht mehr aus.

240 Creditpoints in acht Semestern

„Seit 2011 bieten wir den Studiengang an“, erläuterte Albe. 240 Creditpoints würden die Studierenden in acht Semestern für den Bachelor, weitere 90 zwei Semestern für den Master erwerben. Das Pensum sei anspruchsvoll. Bachelor-Absolventen könnten im Anschluss noch bei der Handwerkskammer ohne größere Vorbereitung ihren Orthopädietechnik-Meister erwerben. Die ersten Absolventen seien 215 fertig geworden, darunter seine Tochter, verriet der Präsident. Mittlerweile gebe es 41 Alumni. Das intensiv durch die Professoren betreute Studium habe seinen Preis. 34000 Euro koste der Bachelor-, weitere 10000 Euro der Master-Studiengang. „Das muss man erst einmal aufbringen“, meinte Glenck aus Sangerhausen.

Zentrum ist im Universitätsklinikum untergebracht

„Viel Einfühlungsvermögen“ verlange der Beruf, betonte Frank Braatz, Professor für Medizinische Orthobionik. Die Studierenden versorgten die Patienten, die etwa durch Tumore oder Unfälle Arme und Beine verloren hätten. Um einen engen Kontakt zu ermöglichen, sei das Zentrum im Universitätsklinikum an der Robert-Koch-Straße 40 angesiedelt. 800 Quadratmeter ständen ihnen dort zur Verfügung. Zwei Hörsäle und einen großen Werkstattbereich gebe es. Den durften sich die Gäste anschauen.

Braatz sprach über die Entwicklung der mikroprozessorgesteuerten Prothesen, die sich mittlerweile über die Nerven in den Stümpfen steuern ließen. Die Bewegungen der Patienten würden analysiert, um die Einstellung der Prothesen zu optimieren. Dazu arbeiteten Orthobioniker mit Ärzten, Physio- und Ergotherapeuten zusammen.

Von Michael Caspar

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