Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Internationales Ethnographisches Filmfestival

Gedenktafeln prägen die Göttinger Goetheallee Internationales Ethnographisches Filmfestival

533 Filme sind eingereicht worden. „23 Werke haben wir für den Studentenwettbewerb, 33 für das Hauptprogramm ausgewählt“, berichtet Beate Engelbrecht, die Direktorin des Internationalen Ethnographischen Filmfestivals Göttingen. Es läuft bis Sonntag, 8. Mai, in der Paulinerkirche.

Voriger Artikel
Demokratiefeindlichkeit untersuchen
Nächster Artikel
Kaufmann zum Abt von Bursfelde ernannt

Stephanie Bussler (l.) und Melina Kliebisch

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Über „Brutalitäten in Beton“, die eine „Schande für die Stadt“ seien, schimpft der Menschenrechtler im studentischen Beitrag „Doing Archive“. Während er sich historische Aufnahmen der Goetheallee aus dem Stadtarchiv anschaut, empört er sich über Bausünden vergangener Jahrzehnte.

Drei Göttingern haben Stephanie Bussler, Melina Kliebisch und Mariel McLaughin die alten Fotos gezeigt und sie dann losgeschickt, selbst ihnen wichtige Aufnahmen fürs Archiv anzufertigen. Die Friseurin dokumentiert unter anderem die Gedenktafeln für Wissenschaftler, mit deren Namen sie kaum etwas anzufangen weiß. Der iranische Kioskbesitzer fotografiert stolz den eigenen Laden. Seine Straße erkennt er auf den alten Fotos nicht wieder.

„Wir haben unseren Beitrag während eines dreiwöchigen Filmworkshops angefertigt, den die Sommerschule des Instituts für Kulturanthropologie / Europäische Ethnologie der Universität Göttingen angeboten hat“, berichtet Bussler.

Für den Film selbst hatten die Studentinnen eine Woche Zeit. Gesprächspartner waren zu finden, Drehgenehmigungen für Aufnahmen in Häusern zu besorgen. Am Ende schnitten sie aus anderthalb Stunden Material ein elfminütiges Werk.

„Film ist ein wichtiges Medium in unserem Fach geworden“, meint McLaughin. Viele Kulturanthropologen und Ethnologen drehten Dokumentationen. „Die Filme sind seit Gründung des Festivals 1993 schneller geworden“, beobachtet Direktorin Engelbrecht. Auch die technischen Möglichkeiten hätten sich seither „erheblich verbessert“.

Unverändert, so Engelbrecht, sei das internationale Flair des Festivals. 250 Gäste aus aller Welt kämen in diesem Jahr nach Göttingen, darunter zahlreiche Filmemacher. In den Pausen kämen sie mit Kollegen und den zahlreichen Studierenden ins Gespräch. Das mache die Veranstaltung attraktiv, auch wenn es heute mit den DVDs viel einfacher geworden sei, sich selten gezeigte Filme anzusehen.

Bergbau, kulturelles Erbe, Schweigen
Göttingen. Mehrere Schwerpunkte hat das Internationale Ethnographische Filmfestival Göttingen in diesem Jahr. Am Donnerstagnachmittag, 5. Mai, gibt es Streifen zu sehen, die sich mit den Auswirkungen des Bergbaus auf die Gesellschaft und die Umwelt befassen. Sie handeln vom Abbau von Silber in Bolivien, Gold in Kirgisistan, Kupfer in Nepal und Nordchile.
Am Freitagvormittag, 6. Mai, geht es um das kulturelle Erbe der Menschen in Estland, auf den Faroer-Inseln und einem indischen Bergdorf. Am Sonntagmorgen, 8. Mai, laufen zwei Filme über Menschen, die ihr Leben lang über traumatische Erlebnisse geschwiegen haben.
Internet: www.gieff.de/
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Uni Göttingen begrüßt zum #unistartgoe Studienanfänger