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Internet-Tagebuch einer Forschungsmission

Wissenschaft Internet-Tagebuch einer Forschungsmission

Der Countdown läuft: In weniger als zwei Monaten hebt das Sonnenobservatorium Sunrise von der europäischen Weltraumbasis Esrange im nordschwedischen Kiruna ab. Diese letzte und spannendste Phase der Mission begleitet das MPS mit einem Internet-Tagebuch.

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Testflug des Sonnenobservatoriums: Erster Erfolg im Herbst 2007.

Quelle: MPS/Barthol

Die Mission ist spannend: Getragen von einem riesigen Helium-Ballon wird Sunrise die Sonne aus einer Höhe von etwa 37 Kilometern beobachten – und so einen einzigartigen Blick auf unser Zentralgestirn werfen. In den nächsten Wochen bereiten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) Sunrise in Kiruna auf den großen Moment vor. Diese letzte und spannendste Phase der Mission begleitet das MPS mit einem Internet-Tagebuch. In regelmäßigen Abständen finden sich dort Hintergrundinformationen zur Mission sowie O-Töne der Wissenschaftler vor Ort. 

Der wichtigste Tag für die Mission Sunrise ist der 1. Juni. An diesem Tag sind der Ballon und die Gondel mit ihren wissenschaftlichen Instrumenten startklar. Sobald die Wetterbedingungen in Kiruna es zulassen, geht das Sonnenobservatorium dann auf die Reise. Der riesige Ballon, der sich in der oberen Erdatmosphäre auf einen Durchmesser von etwa 130 Metern aufbläht, trägt seine Last von fast drei Tonnen bis auf eine Höhe von etwa 37 Kilometern. Dort angekommen erfassen die Polarwinde Ballon und Gondel und treiben sie nach Westen um den Nordpol herum. Auf seinem gesamten Weg über den Nordatlantik, über Grönland und Kanada behält die mobile Forschungseinrichtung die Sonne fest im Visier. Nach etwa vier- bis fünftägigem Flug geht Sunrise dann im Norden Kanadas an einem Fallschirm sanft zu Boden.

Höchste Genauigkeit

„Die Mission ist nicht nur wegen des Ballons etwas Besonderes“, erklärt Projektleiter Dr. Peter Barthol vom MPS. Sunrise wird die Oberfläche der Sonne mit einer Genauigkeit betrachten, die weder ein bodengebundenes Teleskop noch eine Raumsonde bisher erreicht hat. So wird es erstmals möglich sein, Strukturen von 35 Kilometern Größe sichtbar machen. Für diesen speziellen Blick auf die Sonne trägt Sunrise mehrere wissenschaftliche Instrumente an Bord: ein riesiges Teleskop, dessen Spiegel einen Meter im Durchmesser misst, sowie die Instrumente „Imax“ und „Sufi“, die die Magnetfelder der Sonne erforschen werden. Die Mission steht unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung.

Bis es ernst wird, haben die Wissenschaftler noch viel zu tun. In den vergangenen Wochen haben die Forscher ihre Instrumente am MPS im niedersächsischen Katlenburg-Lindau mit dem Teleskop verbunden, kalibriert und getestet. Danach wurde Sunrise in Stücke zerlegt, in Lastwagen verpackt und auf die Reise nach Nordschweden geschickt. Dort wird es auf den Start vorbereitet.  

Diese Vorbereitungen begleitet das MPS in einem Internet-Tagebuch. Die Wissenschaftler, die vor Ortarbeiten, berichten  regelmäßig über Fortschritte. Ergänzt werden O-Töne durch Hintergrundinformationen. Dabei soll geklärt werden, welche Rätsel die Magnetfelder der Sonne Forschern noch immer aufgeben, wie die einzelnen Instrumente von Sunrise funktionieren und welche besonderen Herausforderungen der luftige Standort am Ballon mit sich bringt. Auch über den Start von Sunrise und die anschließende Bergung in Kanada wird das Tagebuch informieren. 

www.mps.mpg.de/projects/sunrise/scienceblog/

                                                                                                                                                  Von eb/lu

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