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Göttingen Höchste Auszeichnung für Physiker Jens Frahm
Campus Göttingen Höchste Auszeichnung für Physiker Jens Frahm
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12:01 01.02.2017
Quelle: Wenzel
Göttingen

Frahm hat dem Bildgebungsverfahren der Magnetresonanztomographie (MRT) mit seinen Ideen zum Durchbruch in der medizinischen Diagnostik verholfen, teilte die Universitätsmedizin Göttingen ( UMG) mit. In seiner fast 40-jährigen wissenschaftlichen Tätigkeit in Göttingen habe Frahm (65) mehrere bahnbrechende Innovationen auf dem Gebiet der Magnetresonanztomografie (MRT) entwickelt.

Frahms Arbeitsgebiete

Die Arbeitsgebiete von Frahm umfassen methodische Entwicklungen und biomedizinische Anwendungen der Magnetresonanz-Tomografie (MRT). Dazu zählen nichtinvasive Untersuchungen der Struktur und Funktion des zentralen Nervensystems, die von der Bildgebung an genetisch veränderten Mausmodellen zu Mechanismen neurode-generativer Erkrankungen bis zu den humanen Neurowissenschaften, wie der funk-tionellen MRT des Gehirns, reichen. Ein besonderer Schwerpunkt sind Verfahren zur Beschleunigung der MRT ausgehend von der frühen Erfindung der schnellen Gradi-entenechotechnik (FLASH) bis zu aktuellen Arbeiten über die Echtzeit-MRT. jes

Mit der von ihm und seinen Mitarbeitern entwickelten sogenannten FLASH-TechnoIogie (Fast-Low-Angie-Shot) wurde ab Mitte der 1980er Jahre die MRT-Bildgebung erstmals für die Untersuchung an Patienten einsetzbar. Heute gehört die MRT-Bildgebung zum klinischen Alltag. Weltweit finden nach UMG-Angaben etwa 100 Millionen Untersuchungen im Jahr statt.

Eine weitere Innovation von Frahm und seinen Mitarbeitern beschleunigte im Jahr 2010 das MRT-Verfahren noch einmal deutlich. Damit wurden erstmals mit MRT Echtzeit-Filme aus dem Inneren des Körpers möglich, wie Bewegungen der Gelenke, beim Sprechen oder Schlucken oder des schlagenden Herzens. So lassen sich auch Patienten im MRT untersuchen, die aus gesundheitlichen Gründen den Atem nicht anhalten können. Die Technologie der Echtzeit-MRT wird derzeit an der UMG und an weiteren Uni-Kliniken für den klinischen Einsatz erprobt.

Ehrungen

Zahlreiche Ehrungen für seine bahnbrechenden Arbeiten zu den Grundlagen der modernen MRT hat Physiker Frahm erhalten. So wurde er nach UMG-Angaben unter anderem ausgezeichnet mit der Gold Medal der Society of Magnetic Resonance, dem Karl Heinz Beckurts-Preis, dem Niedersachsen-Preis für Wissenschaft, dem Forschungspreis der Sobek-Stiftung sowie mit dem Wissenschaftspreis des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft. Seit 2005 ist er Ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Im November 2016 wurde Jens Frahm in die „Hall of Fame“ der deutschen Forschung aufgenommen. Das wissenschaftliche Werk von Jens Frahm umfasst über 450 wissenschaftliche Veröffentlichungen, Übersichtsartikel und Buchbeiträge. jes

Frahm wissenschaftlicher Leiter und geschäftsführender Alleingesellschafter der Biomedizinischen NMR Forschungs Gesellschaft am Max-Planck-lnstitut für biophysikalische Chemie in Göttingen. Die Laudatio auf ihn hält am Freitag Prof. Joachim Lotz, Direktor des UMG-Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie. Im Anschluss referiert Frahm zum Thema „Magnetresonanz-Tomografie – von der Physik zur Medizin“.

Jacob-Henle-Medaille

Seit 1988 vergibt die  Medizinische Fakultät der Georg-August-Universität  jährlich die Jacob-Henle-Medaille für herausragende, medizinisch bedeutende wissenschaftliche Leistungen. Mit der Verleihung der Medaille erinnert die Medizinische Fakultät an den Göttinger Anatomen und Physiologen Friedrich Gustav Jacob Henle (1809 -1885). Henle forschte und lehrte 33 Jahre in Göttingen. Nach ihm wurde die "Henle Schleife" benannt, ein spezieller Abschnitt im Tubulus-System der Niere (Röhrchensystem zur Harnaufbereitung).

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