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Jahresempfang der Göttinger Universitätsmedizin

„Außergewöhnliches Zeichen“ Jahresempfang der Göttinger Universitätsmedizin

Gelöste und zu lösende Probleme an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) hat Prof. Heyo Kroemer am Dienstagabend, 21. Oktober, beim Jahresempfang dargestellt. Vor mehr als 400 Gästen aus Forschung, Kliniken, Wirtschaft, Institutionen und Politik ging der Vorstandsvorsitzende der UMG vor allem auf Anforderungen der Zukunft ein. In manchen Punkten bekam er Zustimmung von Thomas Oppermann.

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Festredner Oppermann (links), Stefan und Anna Hell.

Quelle: Heller

Göttingen. Der Göttinger Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag hielt die Festrede.

Kroemer nannte verschiedene Professoren, deren Leistungen für das Klinikum in den vergangenen Monaten herausragend waren. Zwei von ihnen wurden vom Publikum mit besonders viel Applaus bedacht: Anna Hell, UMG-Professorin für Kinderorthopädie, und Physikprofessor Stefan Hell, der im Dezember den Chemie-Nobelpreis erhalten wird.

Hell habe sehr kollegial mit Professoren anderer Forschungsinstitute  und dem Wissenschaftsministerium vor kurzem dazu beigetragen, den ausgewiesenen Innenohr-Experten Prof. Tobias  Moser am Göttinger Campus zu halten. Kroemer sprach von einem „ermutigenden Beispiel“ der strategischen Zusammenarbeit von Max-Planck-Gesellschaft, Deutschen Primatenzentrum und Wissenschaftsministerium.

Kroemer ist dafür „mit einem Hut über den Campus gegangen“ – mit Erfolg im Wettbewerb um exzellente Forscher.

Infrastruktur und Kostenübernahme verbessern

Kooperation ist auch notwendig, um Infrastruktur und Kostenübernahme zu verbessern. Hinsichtlich der Bauaktivitäten nannte Kroemer Neubauten, wie das BIN-Institut zu Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen oder den Magnetresonanztomographen zur Erforschung von Herzerkrankungen. Grünes Licht gebe es von der Landesregierung für weitere Neubauten mit neuen Operationssälen.

„Wir werden daneben sehr viel Geld investieren müssen, um die mittlerweile 40 Jahre alte Infrastruktur hier im Standort zu erhalten“, betonte Kroemer und sprach von einem „außergewöhnlichen Zeichen“, dass die Landesregierung dafür 80 Millionen Euro zusätzlich geben werde in Zeiten der Schuldenbremse.

Für die ausreichende Finanzierung der Krankenversorgung in Universitätskliniken fordert der UMG-Vorstand politische Unterstützung – und die Korrektur der Vergütungvorgaben, so Kroemer. Seit Jahren klagen die Universitätskliniken bundesweit über die Kostenerstattung, die schwere und komplizierte Krankheitsfälle ebenso wenig berücksichtigt wie die Forschungsleistung der Häuser.

Hintergrund der demografischen Entwicklung

Wenn die kürzlich verabschiedeten Änderungen für die Finanzierung der Hochschulmedizin keine Wirkung zeigten, so Oppermann, „werde ich mich dafür einsetzen, dass es zur Systemkostenpauschale kommt.“ Diese fordern die Universitätskliniken, fanden dafür  im Bundestag aber keine Mehrheit.

Die vom Bundestag verabschiedete Pflegereform, die sechs Milliarden Euro zusätzlich aktiviere für die Verbesserung der Situation von Pflegebedürftigen und 45   000 neue Pflegekräfte-Stellen bringe, nannte Oppermann dringend notwendig vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung.

„Im Jahr 2050 werden in Deutschland mehr als 10 Millionen Menschen älter als 80 sein“, so der Politiker. Deshalb sei es wichtig, das Klinikum, das aktuell 7400 Mitarbeiter hat, gut auszustatten. Oppermann machte Mut: „Ich sehe die Hochschul-Medizin und die UMG auf einem sehr guten Weg.“

Jahresempfang der Göttinger Universitätsmedizin 2014: Kroemer fordert politische Unterstützung. ©Heller

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