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Göttingen Jahresfeier und Preisverleihung
Campus Göttingen Jahresfeier und Preisverleihung
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13:11 04.11.2018
Julia Fischer berichtete „aus der Affengesellschaft". Quelle: Hartwig
Göttingen

Das Ergebnis der Exzellenzinitiative habe enttäuscht, erklärte Gardt in seiner Begrüßungsrede. Es besage jedoch nicht, dass die Universität Göttingen keine exzellente Universität sei. Etliche Projekte der Akademie seien „auf das Engste“ mit der Arbeit der Universität verzahnt, die Akademie sei Teil des Campus und nicht zuletzt etwa im Bereich der Digitalisierung gebe es wichtige Synergien – daran würden auch die Ergebnisse der Initiative nichts verändern. Trotzdem betonte Gardt, sei die Akademie nicht einmal ansatzweise so betroffen von den Konsequenzen, wie die Universität selbst. „Es gab gemeinsam geplante Projekte, etwa ein Fellowship-Programm. Hier müssen wir neu überlegen.“ Eingeladen um ein Grußwort zu sprechen, war der Niedersächsische Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU). Dieser habe „aufgrund der aktuellen politischen Entwicklungen“ seine Teilnahme abgesagt, erklärte Gardt dem Auditorium bevor er die Rede des Ministers verlas, die neben ausdrücklichem Lob für die geisteswissenschaftlichen Arbeiten der Akademie auch einige Denkanstöße für einen wünschenswerten Strukturwandel enthielt.

Andreas Gardt, Präsident der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Quelle: Hartwig

In seinem Jahresbericht betonte Gardt, dass man an der Akademie sehr froh darüber sei, dass das Land Niedersachsen eine so große Rolle bei der Finanzierung übernähme, um anschließend die aktuellen und vergangenen Forschungen zu beleuchten. Ausführlich erläuterte er dem Auditorium das Forschungsprojekt Runische Schriftlichkeit in den germanischen Sprachen (RuneS).

Ehrung von vier Preisträgern

Anschließend leitete der Präsident zur Preisverleihung über. Insgesamt vier Preisträger hatten sich in der Aula am Wilhelmsplatz versammelt, um im zweiten Teil der Veranstaltung gewürdigt zu werden. Mit dem Dannie-Heineman-Preis ausgezeichnet wurde der Juniorprofessor André H. Gröschel von der Fakultät für Physikalische Chemie der Universität Duisburg-Essen für seine Arbeiten zu Selbstorganisationsprozessen von Kolloiden und Hybrid-Nanopartikeln. Der Hans-Janssen-Preis wurde in diesem Jahr geteilt und ging an Dr. Isabella Augart vom Kunstgeschichtlichen Seminar der Universität Hamburg für ihre Forschung „Rahmenbilder. Konfigurationen der Verehrung im frühneuzeitlichen Italien“ sowie an Dr. Armin Bergmeier vom Institut für Kunstgeschichte der Universität Leipzig für seine Publikation „Visionserwartung. Visualisierung und Präsenzerfahrung des Göttlichen in der Spätantike“ überreicht. Dr. Kai-Ole Eberhardt vom Institut für Theologie und Religionswissenschaft der Leibniz Universität Hannover erhielt in Anerkennung seiner Dissertation „Christoph Wittich (1625-1687). Reformierte Theologie unter dem Einfluss von René Descartes“ den Hanns-Lilje-Preis.

Paviane in der Fußgängerzone

Mit dem Festvortrag „Aus der Affengesellschaft“ informierte Prof. Julia Fischer das Publikum auf erfrischend entspannte Weise. Der Einblick, den sie in die Forschungsarbeit über Paviane gab, fußte unter anderem darauf, dass sich innerhalb dieser Gattung eine beeindruckende Vielfalt in der sozialen Organisation und den resultierenden Beziehungen, aber auch im Paarungsverhalten zu beobachten ist. Im Zentrum ihrer Ausführungen standen die freilebenden Guineapaviane im Senegal, über die bisher nur wenig bekannt ist und die sich anders als Arten in anderen afrikanischen Ländern durch eine hohe Autonomie der weiblichen Tiere auszeichnet. Und deren Gruppen sich auch auf engem Raum eher aus dem Weg gingen, als Streit zu suchen. „Es ist ein bisschen wie in einer überfüllten Fußgängerzone. Nur dass es Paviane sind, deren Wege sich kreuzen.“

Von Claudia Bartels

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