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Jeder Blitz ein schwarzes Loch?

Forschung über Gammablitze Jeder Blitz ein schwarzes Loch?

In der Vortragsreihe „Faszinierende Weltall“ hat Dr. Jochen Greiner in den Diskurs um Gammablitze und ihre Verbindung zu schwarzen Löchern eingeführt. In seinem Vortrag in der Universität Göttingen versuchte er zu klären, was Gamma-Ray-Bursts (GRB) sind und ob aus ihnen schwarze Löcher entstehen.

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Künstlerische Darstellung eines hellen Gammablitzes in einer Sternenformation.        

Quelle: R

Göttingen. Astrophysiker Greiner ist ein erfahrener Spezialist auf dem Gebiet der GRB-Forschung. Schon in seiner Dissertation befasste er sich mit dem Thema. Am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching führt er seine Untersuchungen bis heute fort. In seinem Vortrag umschrieb er seine Tätigkeit als „beobachtender Astronom um Modelle abzuschießen“. So unterstützt er durch seine Erkenntnisse die Widerlegung der Schwarze-Loch-Theorie.

Dieses Wissen schaffte Greiner vor allem durch die Entwicklung des Grond, einer Konstruktion unter Verwendung eines 2,2-Meter-Teleskops, das das Beobachten des Nachleuchtens der GRB enorm erleichtert und beschleunigt. Dadurch erhielt er wesentliche neue Kenntnisse über Entstehung und Auswirkungen von Gammablitzen.

Supernova scheint während des Vortrags neben dem Dopplereffekt noch einer der Begriffe zu sein, die auch für Nicht-Astronomen geläufig sind. Hierbei handelt es sich um das kurze Aufleuchten eines massereichen Sterns am Ende seiner Lebenszeit durch eine Explosion. Für kurze Zeit wird dies so hell wie eine ganze Galaxie. Es kann ein sogenannter Kollaps entstehen. Eine kleinere Form dieses Phänomens bilden die Weißen Zwerge.

Gammablitze sind also besonders energiereiche Explosionen, die wellenförmige Gasjets mit elektromagnetischer Strahlung aussenden. Sie sind bis zu zehn Sekunden lang. Es gibt sie als kurze, harte Ströme und als lange, weiche. Greiner zeigte, dass letztere mit einer Supernova in Verbindung stehen.

Die Theorie um die schwarzen Löcher stellte traditionell den Unterschied zwischen gewöhnlichen Supernovae und Gammablitzen dar. Ein besonders langandauernder GRB stellte diese Zwangsläufigkeit unlängst in Frage.

Eine alternative Lösung stellte Greiner mit Magnetaren vor. Die Theorie um die Sterne mit besonders starkem Magnetfeld wurde in seiner Forschungsstation in Chile 2005 aber auch widerlegt.

Das Rätsel um Entstehung und Verbleiben der GRB ist also noch lange nicht geklärt.

Ein Ergebnis kann zumindest festgehalten werden: aus GRB entstehen laut Greiner nicht immer schwarze Löcher.

Durch die Blitze werden enorme Energien freigesetzt. Greiner beantwortete abschließend eine Publikumsfrage danach, was passieren würde, wenn ein GRB vor unserer Haustür passieren würde mit: „Dann sind wir alle weg.“ Zur Beruhigung erläuterte er, dass die betroffenen Galaxien weit genug entfernt lägen. Dass aber auch der Urknall durch einen solchen Gammablitz verursacht worden sein könnte, schließen Forscher nicht aus.

Die Vortragsreihe „Faszinierendes Weltall“ wird fortgesetzt am Dienstag, 29. November, mit dem Vortrag „Das dunkle Herz der Milchstraße“ von Prof. Andreas Burkert (München), um 20 Uhr im Zentralen Hörsaalgebäude der Universität Göttingen, Platz der Göttinger Sieben 5, Raum 008.

Von Leslie Wathsack

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