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Jeder zweite Student braucht Hilfe

Studentenwerk fordert Zuschüsse Jeder zweite Student braucht Hilfe

Immer mehr Studenten in Deutschland nehmen professionelle Beratungsangebote in Anspruch, um ihr Studium zu meistern. Das geht aus der Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW) hervor. Danach hat im Jahr 2009 mehr als die Hälfte der Studierenden (55 Prozent) sich Rat und Hilfe bei den Beratungsstellen des Deutschen Studentenwerks gesucht.

Im Mittelpunkt der Beratungsgespräche standen Fragen zur Finanzierung und zur Organisation des Studiums. Die studienbegleitende Beratung sei wichtig für den Studienerfolg, sagte DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heide am Dienstag anlässlich einer dreitägigen Bundeskonferenz der Studentenwerksberater in Göttingen.

Der steigende Beratungsbedarf hängt auch mit der Einführung der Bachelor-Studiengänge zusammen. Allein beim Studentenwerk Göttingen sei die Zahl der Beratungsstunden seit 2008 um 23 Prozent gestiegen, sagte dessen Geschäftsführer Prof. Jörg Magull. Bei den Mehrfachberatungen gebe es einen Anstieg um fast 50 Prozent. Vor allem Studierende aus bildungsfernen und einkommensschwachen Schichten ständen häufig unter einem besonders starken Druck. Sie müssen ihr Studium so organisieren, dass sie nebenher arbeiten können und gleichzeitig ihre Klausuren bestehen.

Insgesamt suchten über 70     000 Studenten eine der bundesweit 43 Sozialberatungsstellen der Studentenwerke auf. Häufigste Themen waren Jobben neben dem Studium, Studienfinanzierung, Krankenversicherung und Wohngeld. Knapp 30      000 Studierende suchten Rat bei den psychologischen Beratungsstellen. Hier ging es vor allem um Lern- und Arbeitsstörungen, Leistungsprobleme, Arbeitsorganisation, Zeitmanagement, Prüfungsangst und depressive Stimmungen.

DSW-Generalsekretär Meyer auf der Heyde forderte die Bundesländer auf, nicht nur in Studienplätze, sondern auch in die soziale Infrastruktur für die Studierenden zu investieren. Die Länder hätten ihre Zuschüsse für die Studentenwerke in den vergangenen Jahren massiv zurückgefahren. Dabei seien auch Wohnen, Essen und Campusleben wichtige Faktoren für den Studienerfolg. Die doppelten Abiturjahrgänge und die Abschaffung der Wehrpflicht führten dazu, dass es in den nächsten Jahren bundesweit einen Bedarf an 25   000 zusätzlichen Wohnheimplätzen geben werde.

In Göttingen leben rund 19 Prozent der Studenten in einem Wohnheim. Diese Quote liegt zwar deutlich über dem Bundesdurchschnitt von etwa zwölf Prozent, doch auch hier ist die Nachfrage größer als das Angebot. Derzeit befinden sich 1000 Studierende auf der Warteliste für einen Wohnheimplatz, sagte Geschäftsführer Magull. Diese Situation werde sich zum Wintersemester weiter verschärfen.

Von Heidi Niemann

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