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Jürgen Richter über die Entwicklung der Menschheitsgeschichte

Fenster der Vergangenheit Jürgen Richter über die Entwicklung der Menschheitsgeschichte

Gut, dass unsere Vorfahren den Weg in das heutige Europa gefunden haben. Dass sie dabei mit allerlei Problemen zu kämpfen hatten, zeigt der Vortrag von Jürgen Richter in der gut gefüllten Aula am Wilhelmsplatz.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen. Der Professor für Ur- und Frühgeschichte der Universität Köln spricht in der Reihe „Umbrüche – Auslöser für Evolution und Fortschritt“ zum Thema „Von Jägern und Sammlern zu Schrift und Zahl“.

Im Mittelpunkt des Vortrags stünde eine Frage, sagt Richter: „Hat sich die Menschheitsgeschichte graduell – also in unendlich vielen kleinen Schritten – oder in großen Sprüngen entwickelt?“ Der Wissenschaftler nimmt ein Diagramm zur Hilfe. Die Kurve zeigt die Temperaturentwicklung der Erdgeschichte bei der sich Richter größtenteils auf die Zeitspanne zwischen 2,5 Millionen Jahre vor Christus bis heute bezieht.

Warmzeiten wechseln sich mit Kaltzeiten ab, sagt der Wissenschaftler. Beide seien durch Klimaschwankungen gekennzeichnet. Temperatur und Niederschlag sanken an etlichen Orten oft unter ein Minimum von dem, „was Menschen noch aushalten können“, sagt Richter. Die Folge: Die Population ging zurück oder starb aus.

Es gab häufig einen klimatisch bedingten Landschaftswandel, der Spezialisten hervorbrachte.  In den Savannen etwa die Pflanzenernährung des Paranthropus aus der Familie der Menschenaffen. Zu den durch Fossilienfunde relativ gut bekannten, bereits aufrecht gehenden Vorfahren des Menschen gehören außerdem die Australopithecus.

„Es gab nur ganz wenige Fenster“

Durch die Nutzung von ersten grob bearbeiteten Steinwerkzeugen konnte die Gattung die Folgen des Klimawandels abfangen. Die Ernährung ging mehr und mehr in Fleisch über. Ein breites Formenspektrum von Steinwerkzeugen, ihre systematische Herstellung mit Hilfe anderer Werkzeuge und damit weitreichende Vorteile sei allerdings erst den Arten der Gattung Homo zuzuschreiben, so Richter.

„Die Menschheitsgeschichte ist nicht durch Kontinuität gekennzeichnet“, sagt der Wissenschaftler. „Es gab nur ganz wenige Fenster in denen sich der Mensch entwickeln konnte“. „Wenn es graduellen Fortschritt gab, dann nur im kleinen Maßstab“. Die eigentliche Entwicklung vollzog sich sprunghaft, sagt der Forscher.

Im Kölner Sonderforschungsbereich „Our Way to Europe“ untersuchen die Wissenschaftler um Richter den umweltgeschichtlichen und kulturellen Kontext der Ausbreitung des modernen Menschen von ihrer Entstehung in Ostafrika vor 200 000 Jahren bis zu den ersten  Bauern in Mitteleuropa. Archäologischen Funde und geowissenschaftliche Proben werden dafür ausgewertet, erklärt Richter.

Von Friedrich Schmidt

Prof. Thomas Kaufmann aus Göttingen spricht am Dienstag, 18. November zum Thema „Reformation: Eine Medienrevolution verändert die Welt“. Der Vortrag des Theologen beginnt um 18.15 Uhr in der Aula am Wilhelmsplatz.
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