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Göttingen Junge am Herzzentrum der Uni Göttingen operiert
Campus Göttingen Junge am Herzzentrum der Uni Göttingen operiert
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13:40 19.04.2013
Wolfgang Ruschewski, Thomas Paul, Amar und seine Mutter. Quelle: umg

Sechs Stunden dauerte die Operation. Dann hatte Prof. Dr. Wolfgang Ruschewski, Schwerpunktprofessor für Kinderherzchirurgie im Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen, die Fehlbildungen am Herzen von Amar beseitigt. Der neun Monate alte Junge aus dem Irak litt an der so genannten Fallot‘schen Tetralogie. Die Kinderhilfe-Irak der Internationalen Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges – Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW) hat die Behandlung vermittelt. Der Vorstand der Universitätsmedizin Göttingen unterstützte die Operation durch die Übernahme der medizinischen Versorgung.

„Dank der guten Diagnostik im Irak konnten wir schnell handeln und dem Jungen helfen. Da die Erkrankung bei ihm nicht so ausgeprägt war und die Operation gut verlaufen ist, wird er wohl keine Nachbehandlung in seiner Heimat benötigen und kann ganz normal aufwachsen wie andere  Kinder in seinem Alter auch“, sagt Prof. Dr. Thomas Paul, Direktor der Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin der Universitätsmedizin Göttingen.

Vier Fehlbildungen des Herzens korrigiert

„Bei der Operation haben wir die beiden Herzklappen, die vorher miteinander kommuniziert haben, getrennt“, sagt Prof. Ruschewski. Vor der Operation war der Blutfluss von der rechten Herzkammer in die Lunge erschwert. Teilweise floss Blut direkt in den Körper zurück, anstatt in der Lunge wieder mit Sauerstoff angereichert zu werden.

Die Folge ist meistens eine Sauerstoffunterversorgung der Organe mit so genannter Blausucht. „Die Erkrankung war bei dem Jungen noch nicht so stark fortgeschritten, dass er an Blausucht litt. Seine Haut war normal rosig. Nach der Operation ist Amar für sein Leben lang geheilt und wird keine weiteren medizinischen Eingriffe mehr brauchen“, sagt Prof. Ruschewski.

In der Kinderherzchirurgie der Universitätsmedizin Göttingen zählt die Operation zur Routine. Jedes Jahr werden etwa zwölf Kinder mit dem Krankheitsbild „Fallot‘sche Tetralogie“ operiert.

Die Kosten für die Untersuchung, die Behandlung, den Flug sowie die Unterkunft haben sich die Kinderhilfe-Irak und die Universitätsmedizin Göttingen geteilt.

umg

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