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Juwelier-Ehepaar stiftet Caesar-Kopf

Sigrid und Wolfgang Lüttge Juwelier-Ehepaar stiftet Caesar-Kopf

Mit erhabenem Blick schaut der römische Feldherr und Kaiser Gaius Julius Caesar auf die Menschen herab, die in der Gipsabguss-Sammlung der Universität zusammengekommen sind. Die Göttinger Juweliere Sigrid und Wolfgang Lüttge haben dem Archäologischen Institut den Ankauf des Porträts ermöglicht.

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Wertvolles Stück: Caesar-Büste bereichert Gipsabguss-Sammlung der Universität.

Quelle: Hinzmann

Ein Meter ist das Bildnis des antiken Staatsmannes hoch und 35 Kilogramm schwer. Ohne die Unterstützung des Ehepaars hätte sich die Sammlung den Kopf nicht kaufen können, betont Prof. Lothar Schruff von der Stabsstelle Universitätsförderung.

Göttingen ist ein Zentrum zur Erforschung antiker Porträts, erläutert Kustos Daniel Graepler. 600 Abgüsse haben die Wissenschaftler bereits im Nikolausberger Weg 15 zusammengetragen. Insgesamt umfasst die Sammlung 2000 Modelle. Die Archäologen studieren, wie sich die Darstellung berühmter Personen im Laufe der Jahrhunderte verändert hat.

Eine dieser Persönlichkeiten ist Caesar. Der erfolgreiche Feldherr erhob sich im Jahr 45 vor Christus zum Diktator. Damit erregte er den Zorn römischer Senatoren, die sich zur Republik bekannten. Sie ermordeten den 56-Jährigen 44 vor Christus. Caesars Adoptivsohn Augustus rächte den Vater. Er selbst machte sich zum Caesar, zum Kaiser. „Er ging dabei aber geschickter vor“, erklärt Kustos Graepler. Augustus habe die Illusion gewahrt, dass die Republik fortbestehe und er nur vorübergehend über Sondervollmachten verfüge.

Caesar setzte sich zu Lebzeiten selbstbewusst in Szene. Eine Büste aus dem Jahr 45 zeigt ihn wirklichkeitsnah mit Halbglatze, langem Hals und ironischem Lächeln. Bei späteren Darstellungen glättete sich das Bild. Caesars Gesichtszüge wurden markiger, das Haar üppiger. Mit dem Kopf, den das Ehepaar Lüttge sponserte, erreichte die Entwicklung einen Höhepunkt. Die Büste, die aus der Sammlung der Adelsfamilie Farnese stammt, entstand unter Kaiser Trajan. Der Römer ließ im Jahr 110 nach Christus ein Forum mit kollossalen Statuen ausstatten. Er selbst war in der Mitte auf einem riesigen Pferd zu sehen.

Die Universität zeigt den Caesar-Kopf jedes Wochenende im Rahmen der Sonntagsspaziergänge, 10 bis 13 Uhr, im Römersaal der Sammlung, Nikolausberger Weg 15.

Von Michael Caspar

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