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Karl Schwarzschild lehrte in Göttingen

100. Todestag Karl Schwarzschild lehrte in Göttingen

Er gilt als Begründer der theoretischen Astrophysik. In diesem Jahr jährt sich der Todestag von Prof. Karl Schwarzschild, der von 1901 bis 1909 die Göttinger Sternwarte leitete, zum 100. Mal. Prof. Gudrun Wolfschmidt aus Hamburg stellte ihn in der Vortragsreihe Faszinierendes Weltall vor.

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Karl Schwarzschild gilt als Begründer der modernen Astrophysik.

Quelle: EF

Göttingen. „Schon als Schüler liebte Schwarzschild mathematische Knobelaufgaben und baute mit einem Freund in seiner Heimatstadt Frankfurt Teleskope“, berichtete die Professorin. Sie arbeitet an der Universität Hamburg am Zentrum für Geschichte der Naturwissenschaft und Technik. Schwarzschild studierte im elsässischen Straßburg Astronomie.

„Die Disziplin erlebte damals einen Umbruch“, führte Wolfschmidt aus. Noch dominierte die bereits seit der Antike bekannte klassische Astronomie, bei der es unter anderem um die Erstellung von Sternenkatalogen und die Berechnung von Kalendern geht. Die beobachtende Astrophysik war im Entstehen. Die erste professionell auf diesem Feld tätige Sternwarte wurde 1874 in Potsdam eröffnet. Dorthin wechselte Schwarzschild 1909.

Der Frankfurter hatte nach der Promotion in München zunächst an einer Privatsternwarte in Wien gearbeitet, die der Bierbrauer Moriz von Kuffner finanzierte. „Der Astronom habilitierte sich in München und erhielt in Göttingen seine erste Professur“, so Wolfschmidt. Weil er noch jung war, ernannte ihn die Universität zunächst nur zum außerordentlichen Professor. Bereits nach einem Jahr stieg er zum Ordinarius auf.

Schwarzschild heiratete die Tochter eines Göttinger Chirurgieprofessors, mit der er drei Kinder hatte. Wegen dieser familiären Beziehung kam Schwarzschild später von Potsdam wiederholt nach Göttingen. „Er stand dort in intensivem Austausch mit Wissenschaftlern wie David Hilpert und Felix Klein.“

„Schwarzschild“, so die Hamburgerin, „war ein ungemein produktiver und vielseitiger Wissenschaftler.“ Er bezog die Physik, aber auch die Chemie in seine astronomische Forschung ein und schuf so die theoretische Astrophysik. Als Vorreiter einer neuen Disziplin stieß er auch auf Widerstände. Ein Vertreter der klassischen Astronomie konnte jahrelang die Aufnahme Schwarzschilds in die Akademie der Wissenschaften blockieren, aber letztlich nicht verhindern.

„Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs meldete sich Schwarzschild freiwillig zum Militärdienst“, führte Wolfschmidt aus. Der Wissenschaftler stellte für die Artillerie ballistische Berechnungen an. Nebenher fand er Zeit, wichtige Arbeiten zur Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein zu verfassen. 1916 kam eine schwere Hautkrankheit zum Ausbruch. Der Gelehrte starb zwei Monate später im Alter von 42 Jahren. Beigesetzt wurde er auf dem Stadtfriedhof in Göttingen, wohin seine Frau mit den Kindern zurückgekehrt war. 

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