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Kaufmann zum Abt von Bursfelde ernannt

Himmelfahrtstreffen der Universität Kaufmann zum Abt von Bursfelde ernannt

Landesbischof Ralf Meister hat den Göttinger Theologieprofessor Thomas Kaufmann zum Abt von Bursfelde ernannt. Der Kirchenhistoriker ist Nachfolger von Joachim Ringleben. Dieser übergab das Amtskreuz am Donnerstag in einem Festgottesdienst mit etwa 300 Teilnehmern in der Klosterkirche.

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Entpflichtung des Altabtes Joachim Ringleben (r.) und Amtseinführung des neuen Abtes des Benediktinerklosters Bursfelde, Thomas Kaufmann.

Quelle: Heller

Bursfelde. In einem Brief an die evangelisch-lutherische Landeskirche Hannoverrs teilte Kaufmann vor 23 Jahren mit, dass er die Ordination zum Pastor „als sinnvolle Ergänzung seines wissenschaftlich-theologischen Dienstes“ sehe. Landesbischof Meister hob das mit Blick auf Kaufmanns neues Amt hervor, das auch Predigt und Seelsorge verlangt. Seit 1828 werden Professoren der Theologischen Fakultät der Universität Göttingen ehrenhalber zum Abt von Bursfelde ernannt; seit 1955 sieht der Loccumer Vertrag vor, dass die Prälatur Bursfelde von der Landesregierung und der Landeskirche berufen wird. Damit ergebe sich für das Kloster Bursfelde eine einzigartige Stellung im Land Niedersachsen, betonte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) nach dem Gottesdienst in ihrem Grußwort. Sie wies darauf hin, dass die Reformation als einer der Forschungsschwerpunkte Kaufmanns gut zum Kloster Bursfelde passt: Die ehemalige Benediktiner-Abtei hatte ihre größte Bedeutung im 15. Jahrhundert durch die zur „Bursfelder Kongregation“ führende monastische Reformbewegung.

Im Gottesdienst, den Universitätsorchester und -chor unter der Leitung von Ingolf Helm stimmungsvoll mit der Bach-Kantate „Auf Christi Himmelfahrt allein“ musikalisch begleiteten, predigte Abt Kaufmann (54) unter dem Titel „Himmelfahrtskommando“ über das erste Kapitel der Apostelgeschichte. Darin erörterte er die Aufgabe der Zeugenschaft Jesu. Aktuelle Bezüge zur Flüchtlingspolitik nicht außer Acht lassend, sagte der 14. Abt von Bursfelde: „Der Zeuge Jesu wird nicht die schnellen Lösungen suchen.“ Dieser werde nachdenken und den Weg der Barmherzigkeit wählen. Nach dem Gottesdienst kündigte Kaufmann an, das besondere „kirchliche Staatsamt und staatliche Kirchenamt“ auf seine Art mit den Attributen „arm, keusch und gehorsam“ gestalten zu wollen. Damit meinte er arm wie eine Kirchenmaus und ein Göttinger W-3-Professor, keusch wie ein Ehemann und Vater von drei Kindern, gehorsam wie einer, der die ihm dargelegten Argumente einsehen kann.

Dass Kaufmann ein "kritischer, engagierter und streitbarer" Theologe ist, teilte Universitätspräsidentin Prof. Ulrike Beisiegel mit. Sie wünschte Kaufmann, die Ruhe und Abgeschiedenheit des Klosters an der Weser bei seinen dortigen Aufenthalten "kreativ zu nutzen". Das Kloster, so Beisiegel, gehöre als eines der geistlichen Zentren der Georgia Augusta "in gewisser Weise zum Campus Göttingen". Ein Zeichen dafür ist seit vielen Jahren der Konvent, dem aktuell 15 Professoren der 13 Fakultäten der Universität angehören. Als dessen Sprecher betonte Prof. Manfred Jakubowski-Tiessen den Austausch in Debatten und die Funktion als "einzigartiges Bindeglied" zwischen Universität und Kloster. Altabt Ringleben habe den Mitgliedern des Konvents in den vergangenen 16 Jahren geistliche Orientierung und Wegweisung gegeben. Kaufmann erhielt beste Wünsche für das "schöne Amt des Papstes", dann aber für das Amt des Abtes. Der Versprecher Jakubowski-Tiessens sorgte für Heiterkeit in der Westkirche. Thematisch passte die erneute Erwähnung des Papstes: Jakubowski-Tiessen hatte beim Dank an Ringleben, auch dessen Jesus-Buch erwähnt und die zustimmende Reaktion von Papst Benedikt auf das Werk des Professors der systematischen Theologie.

Ihre Verbundenheit zum Kloster Bursfelde und Abt Ringleben zeigten auch die Äbtissinen der 15 Klöster und Damenstifte Niedersachsens sowie die Äbtissin des Benediktinerinnenklosters Herstelle, M. Sophia Schwede. Sie zeigte in ihrem Grußwort die Aufgaben und Ansprüche an das Abt-Amt auf und lobte den gelungenen Brückenschlag zwischen benediktinischer Tradition und der Universitä.Anliegen sollte es sein, "die spirituelle Dimension unserers Handelns wachzuhalten".

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