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Keine Wunderdroge

„Das ist ja die Höhe! Von Doping, EPO und Lernen“ Keine Wunderdroge

Das Hormon Erythropoietin ist im Volksmund besser bekannt als EPO. Es kann den menschlichen Körper nicht nur im Ausdauersport zu Hochleistungen verhelfen kann. Das veranschaulichten Prof. Hannelore Ehrenreich und  Prof. Dörthe Katschinski am Mittwochabend in der Reihe DenkBAR im Göttinger Apex.

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Das Forum Denkbar findet im Apex Göttingen statt.

Quelle: CRO

Göttingen. Die Reihe des DFG-Forschungszentru­ms und Exzellenzcluster Mikroskopie im Nanometerbereich und Molekularphysiologie des Gehirns (CNMPB) in Zusammenarbeit mit dem Verein Apex Kultur stellt neue Erkenntnisse der Hirnforschung vor. 

„In meinem Körper habe ich einen Mount Everest“, fasste Prof. Katschinski, Fachärztin für Physiologie, die Ausgangslange der Sauerstoffversorgung im menschlichen Körper zusammen. Wären wir eine einzelne Zelle, könnten die rund 21 Prozent Sauerstoff, die in unserer Luft enthalten sind, einfach in uns hinein diffundieren. Das menschliche System sei jedoch weitaus komplexer, und so werde auf dem Weg der Atemluft von der Lunge in die Mitochondrien der Zelle eine Menge Sauerstoff abgebaut.

Personen, die sich längere Zeit in großen Höhen aufhielten, bildeten aufgrund der Sauerstoffarmut mithilfe des Hormons EPO mehr rote Blutzellen, die Sauerstoff in die Zellen transportierten und somit die lebenswichtigen Prozesse des Körpers am Laufen hielten und ihn leistungsfähiger machten.

„Ein Fluch für den Sport, ein Segen für Medizin und Wissenschaft“: Ursprünglich zur Behandlung von Blutarmut entwickelt, machten sich auch Sportler weltweit den Effekt der besseren Sauerstoffversorgung zunutze.

Es sei jedoch Zufall, dass EPO im Blut entdeckt wurde und nicht im Gehirn, schloss Prof. Ehrenreich vom Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin an. EPO spiele ebenfalls eine wichtige Rolle im Gehirn, weshalb der Stoff genauso gut „Neuropoietin“ heißen könne. Die Ergebnisse ihrer eigenen Forschungen und die aus anderen kleinen klinischen Studien zeigten deutliche Effekte des Hormons auf die kognitiven und motorischen Fähigkeiten von Patienten mit Schizophrenie, Multipler Sklerose und schweren Depressionen. So sorge Epo im Gehirn unter anderem für Zellaufbau und verhindere den Abbau von grauer Substanz.

In der Hirnforschung fehlten Gelder und die Unterstützung der Industrie, um große klinische Studien zum Effekt von EPO auf neurologische Erkrankungen ergiebig zu erforschen. EPO sei „keinesfalls eine Wunderdroge, sondern ein potenter Wachstumsfaktor im menschlichen Körper“, der bisher jedoch Gehirnerkrankungen allenfalls lindern, nicht aber heilen könne, so Ehrenreich.

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