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Kinderherzen bei Muskelschwund schützen

Forschung Kinderherzen bei Muskelschwund schützen

Das Forschungsprojekt zu Muskeldystrophie im Kindesalter am Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen wird von der Fördergemeinschaft Deutscher Kinderherzzentren  mit 60000 Euro unterstützt. Die Früherkennung und Behandlung von Herzkrankheiten bei dieser Muskelschwäche soll verbessert werden.

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Der kleine Tim Florian (2) wird am 3-D-EKG von Dr. Verena Gravenhorst untersucht. Im Hintergrund (v. l.): Prof. Ekkehard  Wilichowski, Wolfgang Heer und Prof. Thomas Paul.

Quelle: Hinzmann

Fortschreitende Muskelschwäche (Muskeldystrophie) ist eine bisher nicht heilbare Erbkrankheit. Um das fünfte Lebensjahr breche sie  aus, „mit zehn Jahren sitzen die Kinder meist im Rollstuhl“, erklärt Prof. Ekkehard Wilichowski, geschäftsführender Oberarzt der Abteilung Pädiatrie II im Uniklinikum. Sobald der Muskelschwund die Lunge und das Herz erreicht, ende die Krankheit meist tödlich. Früher habe die Lebenserwartung dieser Patienten bei 20 bis 25 Jahren gelegen, inzwischen aber erreichen viele auch das dritte und vierte Jahrzehnt“, so Wilichowski. Dadurch rücke die Behandlung der Herzmuskelschwäche mehr in den Vordergrund. Denn diese sei „behandelbar, wenn auch nicht heilbar“, erklärt Prof. Thomas Paul, Direktor der Pädiatrie III mit Schwerpunkt Kinderkardiologie. 

Damit betroffenen Kindern und Jugendlichen künftig besser geholfen werden kann, startet im Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen ein Forschungsprojekt. Es hat die Früherkennung von Herzschäden bei Muskeldystrophie zum Ziel. So soll es schon bald möglich sein, frühzeitig Medikamente einsetzen zu können. „Wir hoffen, dass so eine gute Therapie gefunden wird, die die Lebensqualität der kranken Kinder und Jugendlichen verbessern kann“, erklärt Wolfgang Heer, Geschäftsführer der Fördergemeinschaft Deutsche Kinderherzzentren, die sich mit dem Projekt erstmals in Göttingen engagiert. Dafür stellt die Fördergemeinschaft insgesamt rund 60000 Euro bereit. Das Projekt ist auf zwölf Monate angelegt. 

In dem Forschungsprojekt wollen die Göttinger Ärzte herausfinden, wie schnell der Muskelschwund voranschreitet und inwieweit der Herzmuskel betroffen ist. Auf dieser Grundlage soll eine passende medikamentöse Behandlung entwickelt werden. 

3 D-Ultraschall

In der Studie werden 50 Patienten mit fortschreitender Muskelschwäche untersucht und mit 50 gleichaltrigen, gesunden Probanden verglichen. Die Studie leitet Dr. Verena Gravenhorst, Oberärztin der Abteilung Pädiatrie III. Angewendet werden 3D-Ultraschall, Elektrokardiographie (EKG) und Blutuntersuchungen. Bisher ist es üblich die Kinder mit einem zweidimensionalen echokardiographischen Screening zu untersuchen. Durch die 3D Untersuchungen ist es möglich, die Pumpfunktion einzelner Bereiche des Herzens genauer zu bestimmen. „Das Computerbild zeigt jedes Segment der Herzkammer und die entsprechende Leistung“, so Gravenhorst. Auch unrunde Bewegungen der Kammer – ein Frühzeichen einer Herzstörung – könne man so gut erkennen.

Von den Spendengeldern, die die Fördergemeinschaft für das Göttinger Projekt bereitstellen will, werden unter anderem eine spezielle Software und eine Arztstelle finanziert. Für Wolfgang Heer ist es wichtig, dass es sich hier um ein nachhaltiges Forschungsprojekt handelt, von dem viele Kinder profitieren werden.

Die Basketball-Bundesligamannschaft der MEG Göttingen übernimmt die Patenschaft für das Förderprojekt. Bereits in den kommenden Wochen ist eine Aktion des MEG-Teams geplant.

Spendenkonto der Fördergemeinschaft: Konto Nr. 23230 Bank im Bistum Essen, Bankleitzahl 36060295. Kennwort: Herzzentrum Göttingen.

                                                                                                                  Von Christiane Böhm

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