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Kleintiere sind die Müllabfuhr des Waldes

Waldstudie Kleintiere sind die Müllabfuhr des Waldes

Wissenschaftler haben mehr als 80 Wälder in Deutschland und Indonesien großflächig untersucht, um die Bedeutung von Kleintieren festzustellen. Die aufgrund der Methode neuartige Studie ergab, die Kleintiere bilden komplexe Nahrungsnetze und sind maßgeblich für das Funktionieren des Ökosystems.

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In Deutschland wurde auch der Buchenwald im Nationalpark Hainich-Dün untersucht.

Quelle: Anett Richter, UFZ/iDiv

Göttingen/Leipzig. Die Forscher aus Göttingen und Leipzig sammelten in den Wäldern jeweils auf einem Quadratmeter Boden alles Laub ein, um die darin lebenden Tiere zu untersuchen: vor allem Insekten, Spinnen und Schnecken, insgesamt über 12   000 Individuen aus knapp 1200 Arten. Aus diesen Daten berechneten sie die Energie, die durch das Nahrungsnetz in der Laubstreu fließt. Diese wiederum diente ihnen als Maß für den Abbau des Laubes am Waldboden.

So fressen zum Beispiel Springschwänze die herabgefallenen Blätter, werden ihrerseits von Milben gefressen, denen wiederum Räuber wie Spinnen nachstellen. „Die Zersetzer sind für den Wald, was die Müllabfuhr für unsere Städte ist“, erklärt Studienleiter Ulrich Brose, Leiter der Forschungsgruppe Biodiversitätstheorie am Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung iDiv und Professor an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Ameisen in der Laubstreu im Nationalpark Hainich-Dün.

Quelle: Ilka Mai, Biodiversitäts-Exploratorien

Der Fluss an Nahrungsenergie durch die Laubstreu, so das Ergebnis der Studie, ist dann besonders hoch, wenn es sich um eine arten- und individuenreichen Zersetzergemeinschaft handelt. Solche Gemeinschaften haben die Forscher vor allem in naturnahen, wenig bewirtschafteten Wäldern gefunden – sowohl in Deutschland als auch auf Sumatra.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Funktion von natürlichen und komplexen Ökosystemen letztlich durch einfache Zusammenhänge bestimmt wird: Je mehr einzelne Tiere vorhanden sind und je größer deren Artenreichtum, umso besser funktioniert das System“. Dass die Erkenntnis für Wälder in Deutschland wie auf Sumatra gleichermaßen gilt, werten die Forscher nach Angaben von Andrew Barnes als Überraschung, da sich die Wälder, aber auch die Methoden der Bewirtschaftung in den beiden Gebieten deutlich unterscheiden. Barnes hatte die Studie an der Georg-August-Universität durchgeführt und ist mittlerweile am iDiv tätig.

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