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Klimaforscher Latif an der Uni Göttingen zu Gast

Zu warm, zu hoch, zu sauer Klimaforscher Latif an der Uni Göttingen zu Gast

Prof. Mojib Latif ist in Hamburg aufgewachsen. Später studierte er Betriebswirtschaftslehrer, ein Irrtum. Schnell wechselte er das Fach und wurde Klimaforscher – einer der bekanntesten weltweit, erläuterte Prof. Joachim Reitner. Er stellte Latif vor, der zur Ringvorlesung „Umbrüche – Auslöser für Evolution und Fortschritt“ der Göttinger Universität in die Uniaula gekommen war. Latif, der heute beim Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel den Forschungsbereich Ozeanzirkulation und Klimadynamik leitet, sprach über den „Globalen Wandel und die Zukunft der Klimapolitik“.

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Prof. Mojib Latif

Quelle: CR

Göttingen. Ein Titelbild des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ – der Kölner Dom halb unter Wasser – habe ihn 1986 dazu gebracht, neben dem des Klimaforschers einen weiteren Job zu übernehmen, den desjenigen, der „den Medien Rede und Antwort steht“. Beeinflusst von der Warnung des Clubs of Rome 1972 vor unumkehrbaren Ressourcen-Verbrauch sagt der 60-Jährige heute: „Das Ökosystem ist viel zu komplex. Wir können Risiken nicht mehr einschätzen.“ Seine Empfehlung: dem Vorsorgeprinzip folgen und Systeme möglichst in Ruhe lassen, auch das System des Klimas.

Die Auswahl zwischen Pest und Cholera habe der Mensch bei der Energieproduktion derzeit: die Atomkraft, die weltweit nur marginal genutzt werde, und den Verbrauch fossiler Brennstoffe, mit der 90 Prozent der Energie weltweit gewonnen werde. Beides sei katastrophal. Doch Latif meint: „Wenn es um globale Umweltprobleme geht, versagen unsere Gefahrensensoren.“

Klar sei laut Latif: „Wir sind mitten drin in der globalen Erwärmung“ mit den größten Auswirkungen in der Arktis. „Wir verlieren extrem viel Eis.“ Die Folgen: Schmilze das Grönlandeis, steige der Meeresspiegel um sechs oder sieben Meter. Das bedeute für die Zukunft der Meere: Sie seien zu warm, zu hoch, zu sauer.

Latifs Rat schließlich: die Nutzung erneuerbarer Energien. „Ich kenne keine andere Lösung.“ pek

► Zum Abschluss der Ringvorlesung des Wintersemesters 2014/15 spricht Prof. Eberhard Umbach (Würzburg) am Dienstag, 3. Februar, um 18.15 Uhr in der Aula der Universität am Wilhelmsplatz über die „Energiewende – Chancen und Risiken“.

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