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Göttingen „Der erste Abschluss im Semester“
Campus Göttingen „Der erste Abschluss im Semester“
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12:58 09.05.2017
Haben den Göttinger Kneipen-Bachelor im Visier (v.l.): Helena Hesse, Anna Schröder und Christoph Heide in der Gartenlaube. Quelle: Markus Hartwig
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Göttingen

Vor dem Startpunkt des Abends, dem JT-Keller, windet sich gegen 20 Uhr immer noch eine 150 Meter lange Schlange von ehrgeizigen „Erstis“. Hier bekommen die Teilnehmer ein knall-gelbes Bändchen, ihre Stempel-Karte und den ersten von vielen Plastikbechern: In jeder der teilnehmenden Locations bekommen die Studenten das erste Bier oder Radler vergünstigt und dazu einen Stempel. Ausdauer beim Bar-Hopping wird zum Schluss auf den Abschiedspartys im JT-Keller oder im „EinsB“ in der Nikolaistraße mit einem Foto mit Urkunde und Doktorhut belohnt.

Ins Gespräch kommt man an diesem Abend schnell: „Wie viele Stempel habt ihr schon?“ oder „Wo geht ihr als nächstes hin?“ hört man an jeder Straßenecke. Über den Tischen werden die Köpfe zusammen gesteckt und über die sinnvollste Route beraten. Das Motto des Bachelor-Studiums wird konsequent eingehalten: Im Irish Pub absolviert man das „Auslandssemester“ und in der zur Mensa auserkorenen „Burgeria“ in der Jüdenstraße gibt es eine Portion Pommes für einen Euro.

„Ich habe aufgegeben“, sagt der Lehramtsstudent Carsten. „Wenn man die zehn Bars schaffen will, muss man sich so abhetzen. Und Spaß macht es auch so.“ Eine Gelegenheit zum „Flatrate-Saufen“ soll der „Kneipen-Bachelor“ nicht sein: Nur das erste Getränk ist vergünstigt und einen Stempel gibt es auch für Unalkoholisches. „Studenta“ hat für die kommenden Wochen weitere Ausgaben des „Kneipen-Bachelors“ geplant. Nach dem Auftakt in Münster folgen im Mai sechs weitere Events, unter anderem in Bonn, Bochum, Bielefeld und Minden. Wer seinen Bachelor bestanden hat, kann sich bis zum „Kneipen-Professor“ hocharbeiten und muss dafür an einem Abend 15 Bars besuchen. Wem das gefällt, lernt auf die Art und Weise viele Gaststätten der Innenstadt kennen, die auch ohne Bändchen, Stempel, Urkunde und nicht im Pulk einen Besuch wert sind.

„Bei uns macht ihr euren ersten Abschluss im Semester“, heißt es auf der Internet-Seite des Events. Mit diesem Ziel ziehen laut Veranstalter mehr als 750 Studenten durch die Straßen und füllen die Kneipen. Im Café Gartenlaube und der „Bierwirtschaft 2“ im Papendiek stehen sich die Bändchen-Träger gegenseitig auf den Füßen, immer wieder drängen ganze Gruppen an die Bar und müssen nicht nur bedient, sondern auch gestempelt werden. Im Gasthaus „Zur Alten Brauerei“ sehen die älteren Stammgäste dem stetigen Kommen und Gehen irritiert zu.

Von Jana Probst

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