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Können Zellen Knorpelgewebe reparieren?

Athrose-Forschung Können Zellen Knorpelgewebe reparieren?

Neue Wege, das Heilungsvermögen von Knorpelgewebe zu beeinflussen, haben Forscher der Universitätsmedizin Göttingen entdeckt. Sie fanden knorpelartige Vorläuferzellen in erkranktem Gewebe bei Kniegelenksarthrose. 

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Knorpelgewebe: Aus dem Knochenmarksraum bilden sich Blutgefäße und Regenerationsgewebe und wandern in das erkrankte Gewebe ein.

Quelle: umg/Miosge

Die Mediziner stellten bei Patienten mit späten Stadien der Kniegelenks-Arthrose fest, dass in deren Knorpelgewebe eine bisher unbekannte Population von stammzellartigen Vorläuferzellen zu finden ist. „Diese Stammzellen bieten neue Ansatzpunkte, um das Heilungsvermögen von Knorpelgewebe zu beinflussen. Da diese Zellen knorpelähnliches Ersatzgewebe produzieren, könnten sie der Grundstein für eine neue zellbiologische Behandlungsform der Arthrose sein“, sagt Prof. Nicolai Miosge, Leiter der Arbeitsgruppe „Orale Biologie und Geweberegeneration“ in der Abteilung Prothetik der Universitätsmedizin Göttingen. Die Forschungsergebnisse der Arbeitsgruppe sind in der April-Ausgabe des Journals „Cell Stem Cell“ erschienen. Die Forschungen wurden von der Deutschen Arthrose Stiftung und mit internen Mitteln der Medizinischen Fakultät Göttingen gefördert. 

„Knorpelartige Vorläuferzellen“ nennen die Göttinger Wissenschaftler die Zellen, die sie im Knorpelgewebe von Patienten mit späten Stadien der Arthrose ent- deckt haben. Die Zellen sind reifen Knorpelzellen schon sehr ähnlich. Im Engli- schen werden sie als „chondrogenic progenitor cells (CPC)“ bezeichnet. Die Zellen produzieren knorpelartiges Gewebe und sind befähigt zu wandern. Im gesunden Knorpel kommen diese Zellen nicht vor. „Die genaue Herkunft dieser Zellen ist noch unklar. Aber es ist durchaus möglich, dass sie aus dem Knochenmark in das erkrankte Knorpelgewebe eingewandert sind“, sagt Miosge.

Gesundes Gewebe herstellen

Dass erkrankter Knorpel Zellen enthält, die im Gewebe Reparaturvorgänge bewirken, hatten bereits vorherige Untersuchungen nahe gelegt. Schwindet Knorpel in den Gelenken, entsteht Arthrose. Gegen diese, so die Meinung der Göttinger Universitätsmediziner, hat der Körper offenbar „sogar Repaturvorgänge in der Hinterhand“. Diese Entdeckung könnte der Ausgangspunkt für eine mögliche zell-erneuernde Therapie bei Arthrose sein. Miosge: „Wir hoffen, dass diese knorpelartigen Vorläuferzellen so verändert werden können, dass sie wieder gesundes Knorpelgewebe herstellen.“ Damit wäre der Weg zu einer Zelltherapie der Arthrose eröffnet.

                                                                                                                                  jes/umg

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