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Koffer-Labor zur schnellen Ebola-Diagnose

Wissenschaftler bestätigen Effizienz der neuen Nachweismethode im Feldversuch Koffer-Labor zur schnellen Ebola-Diagnose

Ein Team von Infektionsforschern, darunter Ahmed Abd El Wahed, Wissenschaftler an der Universität Göttingen und am Primatenzentrum, hat in einem Feldversuch eine neue Methode zur Schnelldiagnose von Ebola getestet. Sie beruht auf der schnellen Identifizierung von Viren-RNA im Speichel von erkrankten Personen.

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Hilfe aus dem Koffer: ein Assistent führt einen Schnelltest durch.

Quelle: DPZ

Göttingen. Der Vergleich mit zwei anderen, derzeit üblichen Diagnoseverfahren zeigte im Feldversuch, dass eine Rekombinase-Polymerase-Amplifikationstechnik, kurz RPA,

genauso empfindlich ist, dabei jedoch sehr viel schneller Ergebnisse liefert. Eine Ebola-Infektion ist damit bereits nach 30 Minuten sicher nachweisbar. Die Ergebnisse der Feldstudie wurden in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Eurosurveillance veröffentlicht.

In der Feldstudie, die von März bis Mai 2015 in Guinea durchgeführt wurde, wurden Speichelproben von mutmaßlich an Ebola verstorbenen Personen analysiert. Die Wissenschaftler verglichen die neue Rekombinase-Polymerase-Amplifikationstechnik (RPA) mit zwei Varianten des derzeit üblichen Nachweisverfahrens, der sogenannten Polymerasekettenreaktion in Echtzeit (PCR).

„Bei den Analysen konnten wir zwei Dinge feststellen“, sagt Abd El Wahed. „Erstens funktioniert RPA sehr gut mit Speichelproben, was die Probennahme in Zukunft enorm vereinfacht, da sie schneller und weniger kompliziert ist als die Blutentnahme. Zweitens haben wir nachgewiesen, dass RPA genauso empfindlich und spezifisch ist wie die bisher angewendeten, technisch deutlich aufwändigeren PCR-Methoden.“

Von den 928 untersuchten Speichelproben konnten mit RPA 120 als positiv und 808 als negativ identifiziert werden. Die als Kontrollreaktion verwendete Referenz-PCR lieferte exakt die gleichen Ergebnisse. „Außerdem konnten wir während der Testreihen feststellen, dass RPA sogar besser funktioniert als eine andere derzeit häufig genutzte PCR-Methode zum Nachweis von Ebola und zwar mit sehr viel weniger Aufwand“, sagt Abd El Wahed.

Sowohl die PCR- als auch RPA-Tests basieren auf der Identifizierung von Virus-RNA im Blut oder Speichel von infizierten Personen. Im Gegensatz zur PCR sind die Reagenzien der RPA jedoch bei Umgebungstemperatur verwend- und transportierbar, was sie unabhängig von Kühlketten macht. Bereits nach 30 Minuten ist ein Nachweis von Ebola mit RPA möglich.

Die PCR dauert dagegen meist mehrere Stunden und ist an wiederholtes Aufheizen der Proben und ständige Kühlung der für die Reaktion benötigten Enzyme gebunden. Das erschwert den Einsatz des Verfahrens in entlegenen Gebieten. „Um eine Ebola-Epidemie besser zu kontrollieren, müssen wir Infektionen möglichst früh und schnell direkt vor Ort nachweisen können“, sagt Ahmed Abd El Wahed.

Gemeinsam mit seinen Kollegen Manfred Weidmann und Frank Hufert hatte der Infektionsforscher Ahmed Abd El Wahed das Kofferlabor in einem Vorgängerprojekt in der ehemaligen Abteilung Virologie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) entwickelt und es in der Abteilung Infektionsmodelle am Deutschen Primatenzentrum (DPZ) für den Einsatz im Ebola-Epidemiegebiet angepasst.

Das Kofferlabor enthält jetzt auch alle notwenigen Reagenzien sowie die erforderliche Ausrüstung für den Ebola-Nachweis mit RPA und funktioniert wie sein Vorgängermodell bis zu 16 Stunden mit Solarstrom. Eine mobile Handschuhbox (Sicherheitswerkbank) schützt zusätzlich vor einer Infektion mit kontaminiertem Probenmaterial.

„Der mobile Diagnosekoffer erleichtert einen Nachweis von Ebola und anderen Infektionskrankheiten direkt in den Krisengebieten“, sagt Ahmed Abd El Wahed. „Mit der Feldstudie konnten wir nun zusätzlich zeigen, wie effektiv das neue Nachweisverfahren ist. Schnelligkeit, Exaktheit und einfache Handhabung sind drei wichtige Kriterien, die wir mit der neuen Methode erzielen konnten. Damit trägt das Verfahren zukünftig entscheidend zu einem besseren Management von Ebola-Krisen bei.“

Künftig soll der Diagnosekoffer auch zum Nachweis anderer Virusinfektionen eingesetzt werden, zum Beispiel für Dengue-Virus, Rifttalfieber-Virus, und Chikungunya-Virus.

Das Projekt ist eines von sechs weiteren, die durch das britische Wellcome-Trust-Förderprogramm „Research for Health in Humanitarian Crisis (R2HC)“ finanziert werden. Die Studie wurde vom Pasteur-Institut in Dakar im Senegal geleitet.

An der Durchführung waren neben dem Deutschen Primatenzentrum unter anderem das Robert-Koch-Institut in Berlin, das Institute of Aquaculture der University of Stirling in Schottland, die Firma TwistDX in Cambridge, England, das Labor für Hämorrhagische Fieber am Donka-Krankenhaus in Guinea sowie das National Public Health Institute in Conakry, Guinea, beteiligt.

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