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Empathie erfahren

Kongress Erziehung und Bildung im ZHG Empathie erfahren

Die Zahl von 850 Teilnehmern verkündete Dr. Karl Gebauer, Organisator des Kongresses Erziehung und Bildung am Freitagabend in der Göttinger. Ein Schwerpunkt ist der Umgang mit jungen Geflüchteten. Als Losung stehen die Begriffe Vertrauen, Offenheit und Mut über dem Kongress.

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Den Einführungsvortrag zum Kongress hat Havva Engin im gut besuchten Hörsaal gehalten.

Quelle: AIB

Göttingen. Gebauer, ehemals Direktor der Leinebergschule, berichtete zum Auftakt von seinen Erfahrungen als Lehrer. Laut seiner Einschätzung würde „die emotionale- und soziale Bildung“ in den Schulen vernachlässigt. Dabei seien gerade „gelungene Beziehungen entscheidend für die Entwicklung des Menschen. Die Erfahrung von Empathie sei hier von großer Bedeutung.

Schon sehr früh im Leben müssten Kinder müssten laut Gebauer emotionale Kommunikation erfahren, darauf folge das Entwickeln von Empathie. Gebauers Beispiel aus der Praxis: Ein Mädchen, das vor Weihnachten einen Engel gebastelt habe, vorne mit Streifen, weil Mama die möge, hinten mit Punkten für Papa und mit grünen Augen, weil ihre diese Farbe hätten, habe das Mädchen erklärt. Gebauer sprach über die Wut von Kindern und den Umgang damit und forderte schließlich die Kongressteilnehmer, auf hierfür einen empathisch-analytischen Blick zu entwickeln.

Den Eröffnungsvortrag hielt Prof. Havva Engin vom Heidelberger Zentrum für Migrationsforschung transkulturelle Pädagogik an der Pädagogischen Hochschule in Heidelberg. Ihr Thema: „Bildungs- und Erziehungspartnerschaft im Kontext kultureller und religiöser Diversität. Und sie erklärte zu Beginn: „Vieles von dem, was ich heute sage, beruht auf persönlicher Empirie.“ Sie verwies auf „Flucht und Migration als Dauerkonstante in der Menschheitsgeschichte“. 325000 Geflüchtet seien alleine in den Jahren 2014 und 2015 neu an deutsche Schulen gekommen.

Als wesentliche Herkunftsländer zählte sie Syrien, Afghanistan, Irak und Pakistan auf. Diese Schülern würden in Sprachförderklassen aufgenommen, dafür müssten laut Schätzungen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft rund 25000 Lehrkräfte eingestellt werden, so Engin. Ihre Überzeugung: „Integration hängt von Bildungsintegration ab.“ Sie forderte: „Weg mit dem Defizitblick, denn die Geflüchteten bringen Potenzial mit.“ Engin empfiehlt schließlich, die Gleichheit der Geschlechter einzufordern, Frauen als Lehrkräfte anzuerkennen, den Geflüchteten das Recht auf bestmögliche Bildung zuzugestehen, die Gleichwertigkeit von Religionen, Kulturen und Sprachen anzuerkennen und eine gewaltfreie Erziehung zu gewährleisten.

Zu Beginn übrigens ging ein älterer Herr mit silberfarbenem Pferdeschwanz durch die Reihen der Kongressteilnehmer Er läute den Kongress ein, wie er das nannte und trug noch eine Ballade vor. Es war Prof. Frederik Vahle, ein renommierter Kinderliedermacher und Autor.

Die Fakten

Der Kongress Erziehung und Bildung läuft noch am Sonnabend, 12. November, auf dem Campus der Göttinger Universität. Zentrales Veranstaltungsgebäude ist das zentrale Hörsaalgebäude. Zahlreiche Veranstaltungen stehen auf dem Programm, darunter Gesprächsrunden, Workshops, Projektberichte und Vorträge aus vielen Bereichen der Pädagogik und Therapie. Besonders gefragt sind die praktischen Kunst- und Gestaltungskurse der Göttingerin Ute Wieder, die eigens einen zusätzlichen Workshop gegen Ende des Kongresses anbietet. Kongressorganisator Karl Gebauer fragte zur Eröffnung im gut besuchten großen Hörsaal, wer zum ersten Mal und wer gefühlt schon immer beim Kongress dabei sei. Das Ergebnis: jeweils etwa die Hälfte.

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Von Redakteur Peter Krüger-Lenz

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