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Konzertreihe zu Ehren des Instrumentenbauers Ehrbar geplant

Der fast vergessene Sohn Konzertreihe zu Ehren des Instrumentenbauers Ehrbar geplant

In Niedersachsen ist vor 200 Jahren ein bedeutender Instrumentenbauer geboren. Kaum jemand kennt Friedrich Ehrbar in Hildesheim, seinem Geburtsort. Dabei war er ein in Europa bekannter Instrumentenbauer.

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Das Trio „Ehrbar“: Sängerin Heidrun Blase, Pianist Gerrit Zitterbart am Klavier und Rezitator Rudolf Krieger – mit den Förderern Rainer Hermeling (1. von links), Gesa Schönermark (2. von rechts) und Jürgen Twardzik (1.von rechts).

Quelle: EF

Hildesheim/Hannover. Ein Musikteam aus Hildesheim und Hannover – unterstützt von der Sparkasse Hildesheim, der Stiftung Niedersachsen und der Universitätsgesellschaft – möchte das ändern und für historische Instrumente und Klänge begeistern. Derzeit planen sie ein Musikfestival.

Fast 200 Jahre ist es her – heute weiß kaum ein Hildesheimer Bürger, dass die Stadt Hildesheim der Geburtsort eines bedeutenden Instrumentenbauers ist. Ehrbar wurde 1827 in Hildesheim geboren. Sein Interesse am Instrumentenbau wurde schon in frühester Kindheit in Hildesheim geweckt. Über mehrere Stationen fand er den Weg nach Wien, wo er zunächst als Angestellter und später als Unternehmer Karriere im Klavierbau machte. Zu den Spuren, die er dort hinterließ, gehört auch der so genannte „Ehrbar-Saal“ in Wien, der heute noch als Konzertstätte bekannt ist. Seine Klaviere waren in Europa so bekannt wie die von Bechstein, Blüthner und Bösendorfer. Seine Firma existierte bis in die 90er-Jahre des 20. Jahrhunderts.

Musiker und Dozenten aus Hildesheim und Hannover haben nun einen historischen Ehrbar-Flügel nach Hildesheim geholt. Die Idee dazu hatte das „Ehrbar-Trio“: Die Sängerin Heidrun Blase (Uni Hildesheim), der Pianist Gerrit Zitterbart (HMTMH), der in Göttingen lebt und dort den Clavier-Salon leitet, und der Musikjournalist Rudolf Krieger sind über ihre gemeinsame künstlerische Tätigkeit auf den bedeutenden Sohn der Stadt Hildesheim gestoßen. Auf den Hammeroberflächen ist kein Filz, wie bei heutigen Klavieren üblich, sondern Leder. Das macht einen anderen, weicheren Klang und dieser Klang ist sehr reizvoll, so Zitterbart. „Der Korpus steht nicht unter Spannung und kann frei schwingen.“

Erstmals haben sie nun das Instrument erklingen lassen, unter anderem mit dem Stück „Die Flüchtlinge“ von Robert Schumann. Möglich wurde die Anschaffung des Flügels durch eine Förderung der Sparkasse Hildesheim und der Stiftung Niedersachsen sowie dank der Unterstützung durch die Universitätsgesellschaft Hildesheim und durch private Spender.

Der Flügel hat nach seiner Reise von Wien nach Hildesheim nun seinen festen Platz in der Aula des Kulturcampus Domäne Marienburg bekommen. Das Institut für Musik und Musikwissenschaft der Universität Hildesheim und die Klavierabteilung der HMTMH in Hannover haben eine Konzertidee entwickelt. Ein Musikfestival soll einmal im Jahr für eine Woche organisiert werden, ein „Openair-Konzert“ und „Remember-Ehrbar-Konzert“. Außerdem wird das Musikteam Konzerte für Kinder und Jugendliche erarbeiten. Diese Konzerte sind unter anderem in Zusammenarbeit mit dem „Center for World Music“ geplant und gehen auf die Vielfalt der Klänge und die Musikgeschichte ein.

eb

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