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Göttingen Kritik an Tierversuchen
Campus Göttingen Kritik an Tierversuchen
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18:29 12.09.2012

So seien einzeln in kleinen Käfigen gehaltene Weißbüscheläffchen mit Orthopoxviren infiziert worden. Fast alle Tiere hätten innerhalb kurzer Zeit schwere Symptome wie Blutungen an Haut, Darm, Leber und Blase und geschwollene Lymphknoten entwickelt. „Bis auf vier Affen starben die Tiere oder wurden getötet, wenn sie im Sterben lagen“, sagte die Biologin Silke Bitz von der Braunschweiger Ärztevereinigung.

Auch Tierversuche im Bereich der Aids-Forschung seien wegen der mangelnden Übertragbarkeit der Ergebnisse auf die Situation beim Menschen „irrelevant“. Da Affen die menschliche Aids-Krankheit nicht bekämen, würden sie infiziert, um die Mechanismen der Krankheitsentstehung zu ergründen, sagte Bitz. Diese Forschung helfe kranken Menschen jedoch nicht. Fortschritte in der Aids-Forschung beruhten nicht auf Tierversuchen, sondern auf Erkenntnissen aus der Infektions- und Seuchenlehre, auf der klinischen Beobachtung von Patienten sowie auf Studien mit Zellkulturen.

DPZ-Direktor Stefan Treue hatte im Juni zu mehr Transparenz bei Tierversuchen aufgerufen. Diese Experimente blieben für bestimmte wissenschaftliche Fragen zwar unersetzbar, es sei aber „ein wesentliches Versäumnis“ der Wissenschaftler und ihrer Fachverbände, die Öffentlichkeit zu wenig über die Notwendigkeit, Bedeutung und Unerlässlichkeit dieser Experimente informiert zu haben.

dapd

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