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Draller Amor, strenge Venus

„Italiener in Göttingen“ Draller Amor, strenge Venus

„Italiener in Göttingen“ ist Titel einer neuen Ausstellung in der Kunstsammlung der Universität Göttingen. 33 Gemälde italienischer Künstler werden präsentiert, von Goldgrundtafeln des 14. Jahrhunderts bis zu Werken des 19. Jahrhunderts. Auch neue Forschungsergebnisse werden vorgestellt.

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Die Uni geht wieder los

Francesco Botticini zugeschrieben: „Anbetung des Christuskindes durch Maria und den Johannesknaben“.

Quelle: r

Göttingen. „Dass Kunst mit dem Leben zu tun hat, erzählt uns die italienische Malerei immer wieder neu. Egal, mit welchen Methoden wir sie wissenschaftlich auf den Prüfstand stellen“, sagte Prof. Michael Thimann, Kunstgeschichtliches Seminar und Kunstsammlung der Georgia Augusta, zur Ausstellungseröffnung. In der Geschichte des Hauses seien bedeutendste Namen der kunsthistorischen Italienforschung vertreten, „deren Beiträge unser Fach verändert haben“. Daher, so Thimann, sei er erfreut, „dass aus der nächsten Generation ein Projekt entstanden ist, dass sich einer Neubewertung der 33 Gemälde gewidmet hat“.

Geöffnet

Die Ausstellung im Alten Auditorium der Universität Göttingen, Weender Landstraße 2, ist sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet (bis 29. Juli 2018).

Die italienischen Werke der 1796 begründeten Gemäldesammlung waren der Forschung bislang weitgehend unbekannt. Pläne einer Überarbeitung des Bestandskataloges von 1926 waren nicht umgesetzt worden. Seit dem Wintersemester 2014/15 erfolgte eine wissenschaftliche Aufarbeitung des Bestandes durch Studierende der Kunstgeschichte. Im Projekt „Forschungsorientiertes Lehren und Lernen“ (FoLL) setzten sie sich intensiv mit den Gemälden und deren Geschichte auseinander. Unter der Leitung von Dr. Christine Hübner, Lisa Marie Roemer und Thimann haben sie Arbeitsmethoden und Instrumentarien des Fachs kennengelernt und angewandt.

Auf die Besonderheit einer begleitenden gemäldetechnologischen Untersuchung der Kunstwerke in Kooperationsseminaren mit den Studiengängen Konservierung und Restaurierung der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) Hildesheim sowie mit der Diplom-Restauratorin Viola Bothmann verwiesen Hübner und Roemer.

Diese stellten in einer kurzen Übersicht die wichtigsten Stiftungen von Gemälden aus privaten Kunstsammlungen von Göttinger Professoren vor, die „die Heterogenität der ausgestellten Werke“ vermittele. Neben einer Broschüre zu den Restaurationen wird im Sommer ein Bestandskatalog, basierend auf den Projekt-Ergebnissen, erscheinen.

Sehr unterschiedliche Werke gab es dann in der Ausstellung zu sehen: Das Bild „Venus entwaffnet Amor“ zeigt eine strenge Göttin und einen drallen, um Pfeil und Bogen flehenden Amor. Zahlreiche Übermalungen bestätigten zudem Infrarot-Aufnahmen. Ein Hauptwerk unter den frühen Italienern und eines der „qualitätsvollsten Werke“, so die Expertinnen, sei die Francesco Botticini zugeschriebene „Anbetung des Christuskindes durch Maria und den Johannesknaben“ (1480-er bis 1490-er Jahre). Sehr plastisch und ausdrucksstark zeigt sich das detailreiche Bild nach der Restauration.

„Eine skizzenhafte Unterzeichnung unter den Malschichten zeigt sehr schön den Bildaufbau“, erklärten die Kunsthistorikerinnen zu der „Kreuzigung Christi“ von Lorenzo di Credi (1500 bis 1510), der wie Leonardo da Vinci ein Schüler und Mitarbeiter von Andrea del Verrocchio war. Ebenfalls „eine Studie“ könnte auch das bemerkenswert haptisch anmutende Werk „Zwei singende Engel oder Kinder“ (um 1700) von Amigoni sein.

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