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Laborstraße der Universitätsmedizin

Serie "Campus-Ansichten" Laborstraße der Universitätsmedizin

Die Universitätsmedizin Göttingen verfügt über eine der modernsten Laborstraßen Europas. Im dritten Stock des sogenannten UBFT-Gebäudes werden bei bis zu 1500 Proben bis zu 150 verschiedene Parameter analysiert, berichten Ulf Engelmayer und Anita Otte, die beiden leitenden technischen Assistenten.

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Blutprobe auf dem Weg zur Analyse.    

Quelle: Wenzel

Göttingen. Ulf Engelmayer vom UMG-Labor

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Zwei Mitarbeiter stehen an der zentralen Steuereinheit mit ihren vielen Bildschirmen. Ansonsten arbeitet die Anlage, an deren 70 Meter langes Förderband elf große Analysegeräte angekoppelt sind, vollautomatisch. Die Proben kommen per Telelift oder Rohrpost aus den verschiedenen Bereichen des Klinikums ins Labor.

Die Kunststoffröhrchen, die meistens Blut, selten Urin enthalten, verschwinden in einem Eingabeschacht. Ein Roboter sortiert sie und setzt sie einzeln auf das Förderband. „Jede Probe trägt einen Barcode“, erläutert Engelmayer. Über ihn erkennt der Computer, welche Analysen durchzuführen sind. Wie bei einer Modelleisenbahn fahren die Proben zu den verschiedenen Automaten. Über die Funksignale von RFID-Chips unter den Röhrchen lässt sich jederzeit sagen, wo sich gerade welche Probe befindet.

83 Technische Assistenten, darunter viele Teilzeitkräfte, sind im Labor im Drei-Schicht-Betrieb tätig. Wissenschaftliche Mitarbeiter um den ärztlichen Koordinator und Laborleiter Dr. Lutz Binder erstellen die medizinischen Befunde. In Notfällen lassen sich die Ergebnisse innerhalb von 30 Minuten online einsehen, bei Eilproben innerhalb von zwei Stunden. Routinearbeiten werden in der Regel am Eingangstag erledigt. „Wir sind 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr im Einsatz“, berichtet Engelmayer.

Sind alle Analysen durchgeführt, schweißt ein Gerät verbleibenden Proben ein. Sie kommen für drei bis fünf Tage in ein Archiv, einen gewaltigen Kühlschrank. So lassen sich gegebenenfalls noch nachträglich Untersuchungen durchführen. 1,5 Tonnen schwer ist der Probenschrank. Damit ihn der Boden trägt, musste beim Bau der Anlage eigens ein zusätzlicher Stahlträger eingezogen werden.

Entstanden ist die Laborstraße im Jahr 2012 während des laufenden Betriebs. Damals wurde das Labor des Instituts für Klinische Chemie mit den Laboren der Nephrologie, der Hämatologie und Klinischen Onkologie sowie von weiteren Abteilungen zusammengelegt.

„Durch die Fusion sparen wir Geld bei den Sachkosten, vor allem bei den Reagenzien“, nennt Engelmayer Vorteile. Ein Teil des Personals wurde unter Nutzung der natürlichen Fluktuation abgebaut. Derzeit sucht die Einrichtung allerdings wieder Mitarbeiter. In den kommenden fünf Jahren scheiden 20 Prozent der Beschäftigten aus Altersgründen aus.

„Exzellent“ seien die Berufsaussichten einer medizinisch-technischen Laboratoriumsassistentin, sagt Engelmayer. Der Beruf sei etwas für Menschen, die sich für Naturwissenschaften und Technik interessierten und unter Zeitdruck arbeiten könnten.

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