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Landung auf Kometenkern

Rosetta-Mission Landung auf Kometenkern

Ein Jahr nach dem Aufsetzen der Landeeinheit der Rosetta-Mission auf der Oberfläche des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko erklärt Dr. Hermann Böhnhardt, was die spektakuläre Einsatz gebracht hat. Als wissenschaftlicher Leiter der Landemission beschreibt er die Pläne und Hoffnungen für die Zukunft.

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Grafische Darstellung der Kometenlandung: Philae setzte anders als geplant am 12. November 2014 auf.

Quelle: ESA/ATGmedia

Göttingen. Am 12. November 2014 um 17.03 Uhr ging im Kontrollzentrum der ESA das erlösende Signal ein: Das Dämpfungssystem von Philae ist aktiviert; die Landeeinheit aufgesetzt! Doch weit weg von der anvisierten Landestelle. 60 Stunden lang versorgte das mitgeführte, aufgeladene Batterieset Philae mit Energie und ermöglichte so die ersten wissenschaftlichen Messungen auf einer Kometenoberfläche. Danach versank Philae in einer Art Winterschlaf: Am Landeort gab es nicht genügend Sonneneinstrahlung für den Betrieb und das Aufladen der Sekundärbatterie; zudem kühlte der Lander aus.

Direkte Messdaten von einer Kometenoberfläche

Am 13. Juni dieses Jahres sendete Philae wieder ein Lebenzeichen. Aber der Kontakt ist unregelmäßig. Das Philae-Team hofft deswegen auf weitere Gelegenheiten, Philae Kommandos zu übermitteln und Daten auszutauschen.
Für Böhnhardt, Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen, ist die Mission ein Erfolg: „Es ist uns gelungen, die erste Landeeinheit auf einem Kometenkern abzusetzen. Wir haben erstmals direkte Messdaten von einer Kometenoberfläche erhalten und ausgewertet. Die Daten haben schon jetzt unser Verständnis von Kometen verändert und verfeinert. Gleichzeitig muss man zugeben, dass längst nicht alles nach Plan gelaufen ist.“

Allerdings konnten nicht alle Messungen, die für die ersten 60 Stunden geplant waren, erfolgreich durchgeführt werden. So gelang es nicht, Bodenproben zu nehmen.

Für die Zukunft geht der Kometenforscher davon aus, dass der nächste Schritt eine Mission wäre,  die auf einem Kometenkern aufsetzt, eine Probe entnimmt und diese zurück zur Erde bringt. „Die Zusammensetzung, besonders die organischen und mineralischen Bestandteile der Kometenmaterie, lassen sich eigentlich nur so wirklich gut verstehen“, erklärt Böhnhardt.

Konkrete Pläne dafür gebe es nicht. Sicherlich auch, weil eine solche Mission technisch aufwändig und sehr kostspielig sei. „Kometen haben den Nachteil, dass sie ihre Bahnen weit draußen im Sonnensystem ziehen, sich nicht unbedingt in der Bahnebene der Erde bewegen und deshalb nur nach langer Reise zu erreichen sind. Das macht einen Hin- und Rückflug schwierig, kostet viel Zeit und Geld.“

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