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Leibniz-Preis für Göttinger Forscherin Marina Rodnina

Der Joker fürs Ribosom Leibniz-Preis für Göttinger Forscherin Marina Rodnina

"Einen guten Joker" im internationalen Wettbewerb der Ribosomenforschung hat Marina Rodnina mit dem Leibniz-Preis erhalten. Die Göttinger Max-Planck-Forscherin zählt zu den zehn Wissenschaftlern, die den wichtigsten deutschen Wissenschaftspreis 2016 erhalten werden.

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Marina Rodnina

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Mehr Freiheit soll der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) seit 1986 verliehene Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis den ausgezeichneten Wissenschaftlern geben. Für Biochemikerin Rodnina (55) wird das bis zu 2,5 Millionen Euro betragende Preisgeld Experimente ermöglichen, "die sonst nicht sofort machbar wären." Mit ihrem derzeit 40-köpfigen Team will die Direktorin der Abteilung Physikalische Biochemie am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie die Forschungsförderung nutzen, um zwei Bereiche ihres Forschungsgebietes anzugehen: Die Funktion der Ribosomen genannten molekularen Proteinfabriken menschlicher Zellen und die für die einwandfreie Arbeitsweise nötige korrekte Proteinfaltung zu erforschen. Diese hat für die menschliche Gesundheit große Bedeutung. Beide Bereiche sind auf dem Gebiet der Ribosomenforschung noch am wenigsten erforscht. "Das ist international sehr umkämpft. Mit diesem Vorsprung hat man es leichter", sagt Rodnina. Und so ist "der Preis ein guter Joker" im Wettbewerb.

1992 kam Rodnina aus Kiew (Ukraine) nach Deutschland. Die Wissenschaftlerin hatte ein Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung erhalten. "Ich wollte mich hier qualifizieren, um in die Heimat zurückzukehren oder in die USA zu gehen", erzählt Rodnina. An der Universität Witten-Herdecke konnte sie sehr schnell sehr gute Ergebnisse vorweisen und sie habe sich "schon nach einem Jahr supergut in Deutschland gefühlt." Hervorragend sei die Humboldt-Stiftung, betont Rodnina. Ein Schlüsselerlebnis: "Ich benötigte ein spezielles Gerät und habe die Stiftung um Rat gefragt. Sie haben mir die 5000 Mark dafür einfach überwiesen." Das Laborgerät sorgte für einen Teil des Durchbruchs von Rodnina auf dem Gebiet der Ribosomenforschung. Sie blieb in Deutschland, habilitierte sich 1997 an der Universität Witten-Herdecke. Ihre Erkenntnisse über die Proteinherstellung in den Zellen und die Arbeitsweise des Ribosoms gelten als bahnbrechend.

Seit 2009 lebt sie mit ihrem Ehemann in Göttingen. "Das Institut unterstützt jede Kreativität, die man haben kann. Es gibt keinen besseren Platz", meint Rodnina. Am Max-Planck-Institut gebe es eine wunderbare Zusammenarbeit, die ergänzt werde um die mit der Biologischen Fakultät der Universität und der Universitätsmedizin Göttingen. Dort ist sie mit ihrem Team an zwei Sonderforschungsbereichen beteiligt. "Das ist so spannend und bringt neue Ideen", sagt Rodnina begeistert. Dazu zählt auch die Idee, die Struktur und Funktion des Ribosoms dahingehend zu untersuchen, wirkungsvollere Antibiotika zu entwickeln.

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