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Leibniz-Preis für Göttinger Ribosomen-Forscherin

Deutsche Forschungsgemeinschaft: Marina Rodnina unter den zehn Preisträgern Leibniz-Preis für Göttinger Ribosomen-Forscherin

Die Max-Planck-Forscherin Marina Rodnina wird mit dem Leibniz-Preis für ihre Beiträge zum Verständnis der Funktion von Ribosomen ausgezeichnet.

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Marina Rodnina

Quelle: MPIbpC

Bonn/Göttingen. Der wichtigste deutsche Wissenschaftspreis wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) verliehen und ist pro Wissenschaftler mit einem Preisgeld von bis zu 2,5 Millionen Euro dotiert.

Ribosomen sind komplexe molekulare Maschinen, die aus Aminosäuren Proteine synthetisieren. Rodnina (55) erforscht, wie dieser Prozess der Translation möglichst präzise und ohne Fehler ablaufen kann – was wichtig ist, da ein einziger „falscher“ Baustein zu einem defekten Protein und zu Schäden in der gesamten Zelle führen kann. Durch die Kombination kinetischer und fluoreszenzbasierter Methoden konnte Rodnina neue Einblicke in die Struktur und Funktion der Ribosomen gewinnen; ihre Erkenntnisse bilden das bislang umfassendste konzeptionelle und quantitative Gerüst für das Verständnis der Translation. Weiter entschlüsselte Rodnina den Mechanismus des „Umkodierens“, mit dem vor allem Organismen mit kleinem Genom ihr Leseraster in der Translation bewusst verändern, um mehr Proteine herzustellen. Diese und die anderen Erkenntnisse Rodninas haben Eingang in die Lehrbücher gefunden und sind international hoch anerkannt. „Ich freue mich sehr, dass unsere Forschung diese große Anerkennung erfährt. Glücklicherweise habe ich ein wundervolles Team, das solche erfolgreiche Arbeiten möglich macht. Dieser Preis hilft uns, weitere herausfordernde Fragestellungen auf unserem Gebiet anzugehen“, sagte Rodnina nach der Bekanntgabe durch die DFG.

Der Geschäftsführende Direktor des MPI für biophysikalische Chemie, Herbert Jäckle, gratulierte der Preisträgerin: „Es ist immer etwas Besonderes für Wissenschaftler, wenn sie etwas erreicht haben und andere dies anerkennen. Mit ihrer Forschung an Ribosomen hat Frau Rodnina bahnbrechende Erkenntnisse über einen grundlegenden Prozess des Lebens gewonnen – wie Zellen Proteine herstellen. Die DFG hat diese wichtigen Arbeiten mit dem Leibniz-Preis geadelt. Wir freuen uns mit Frau Rodnina riesig über diese Auszeichnung und sind stolz auf den großartigen Erfolg unserer Kollegin.“ Mit Marina Rodnina haben nun 13 Wissenschaftler, die am Institut forschen oder geforscht haben, den renommierten Leibniz-Preis erhalten, teilte das Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie mit.

Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić (Grüne) zeigte sich hoch erfreut: „Ich gratuliere Prof. Dr. Rodnina zu dieser wichtigen Ehrung". Die Ministerin hob hervor, " dass dieses Jahr drei der insgesamt zehn Preise an Wissenschaftlerinnen verliehen wurden.“

Seit 2008 ist Rodnina Direktorin am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen. In Kiew geboren und dort nach dem Biologie-Studium promoviert, kam Rodnina 1990 mit einem Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung an die Universität Witten-Herdecke, an der sie sich habilitierte und Professorin für Physikalische Biochemie wurde.Neben Rodnina wurden von der DFG  zwei Wissenschaftlerinnen und sieben Wissenschaftler ausgezeichnet, die den Leibniz-Preis am 1. März 2016 in Berlin erhalten werden.  

Der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis wird seit 1986 jährlich von der DFG verliehen. Neben dem hohen Renommee verschafft die Auszeichnung den Wissenschaftlern mehr Freiheit für ihre Forschung. Sie können das Preisgeld von bis zu 2,5 Millionen Euro über einen Zeitraum von sieben Jahren nach ihren eigenen Vorstellungen und ohne bürokratischen Aufwand verwenden. Es soll die Forschungsbedingungen verbessern, von administrativen Aufgaben entlasten und die Einstellung besonders qualifizierter Nachwuchswissenschaftler erleichtern. Mit den zehn Auszeichnungen für 2016 haben bislang insgesamt 364 Wissenschaftler den Leibniz-Preis erhalten.  

Mit dem – so der offizielle Name – „Förderpreis im Gottfried Wilhelm Leibniz-Programm der DFG“ für das Jahr 2016 werden ausgezeichnet:

 

  • Professor Dr. Frank Bradke, Neuroregeneration, Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), Bonn
  • Professor Dr. Emmanuelle Charpentier, Infektionsbiologie, Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie, Berlin
  • Professor Dr. Daniel Cremers, Computer Vision, Lehrstuhl für Informatik IX: Bildverstehen und wissensbasierte Systeme, Technische Universität München
  • Professor Dr. Daniel James Frost, Mineralogie/Experimentelle Petrologie, Universität Bayreuth
  • Professor Dr. Dag Nikolaus Hasse, Philosophie, Institut für Philosophie, Universität Würzburg
  • Professor Dr. Benjamin List, Organische Molekülchemie, Abteilung Homogene Katalyse, Max-Planck-Institut für Kohlenforschung, Mülheim/Ruhr
  • Professor Dr. Christoph Möllers, Rechtswissenschaften, Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie, Humboldt-Universität zu Berlin
  • Professor Dr. Marina V. Rodnina, Biochemie, Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie (Karl-Friedrich-Bonhoeffer-Institut), Göttingen
  • Professor Dr. Bénédicte Savoy, Kunstgeschichte der Moderne, Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik, Technische Universität Berlin
  • Professor Dr. Peter Scholze, Arithmetische und algebraische Geometrie, Mathematisches Institut, Universität Bonn
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