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Lennart-Nilsson-Preis für Göttinger Forscherin

Auszeichnung Lennart-Nilsson-Preis für Göttinger Forscherin

Dr. Katrin Willig, Nachwuchsgruppenleiterin am Göttinger Exzellenzcluster und DFG-Forschungszentrum für Mikroskopie im Nanometerbereich und Molekularphysiologie des Gehirns (CNMPB) hat den Lennart-Nilsson-Preis 2015 erhalten.

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Lennart-Nilsson-Preisträgerin: Dr. Katrin Willig, Nachwuchsgruppenleiterin am Göttinger Exzellenzcluster und DFG-Forschungszentrum für Mikroskopie im Nanometerbereich und Molekularphysiologie des Gehirns (CNMPB).

Quelle: EF

Göttingen. Im Fokus ihrer Forschergruppe steht der Einsatz hochmoderner optischer Mikroskopie zur Aufklärung kleinster zellulärer Strukturen im Nanometerbereich. Ziel ist es, dynamische Prozesse in lebenden Nervenzellen im Detail untersuchen zu können und die grundlegenden Prozesse der Hirnfunktion besser zu verstehen. Der Lennart-Nilsson-Preis ist mit 100000 Schwedischen Kronen (zirka 11000 Euro) dotiert. Die Verleihung fand im Karolinska Institut in Stockholm statt.

Mit der Entwicklung super-hochauflösender Mikroskopie-Verfahren wurden die bis dahin durch die Beugungsgrenze gesetzten Barrieren in der Lichtmikroskopie aufge-hoben. Spektakuläre Detailaufnahmen aus dem Inneren lebender Zellen bis hin zur Darstellung kleinster Proteinstrukturen gelingen mit der von Prof. Stefan W. Hell in den 1990er Jahren entwickelten STED-(Stimulated Emission Depletion) Mikroskopie. Während ihrer Forschungstätigkeit in der Arbeitsgruppe von Hell hat Willig signifikante Beiträge dazu geleistet, die Anwendung des STED-Verfahrens in Kombination mit fluoreszierenden Proteinen im lebenden Gewebe zu etablieren. Dadurch lassen sich Strukturen mit einer ungeahnten Detailschärfe im Nanometerbereich sichtbar machen. So lassen sich beispielsweise Prozesse an den Kontaktstellen zwischen Nervenzellen in Echtzeit beobachten. Die STED-Mikroskopie ist eine der unter dem Begriff „super-hochauflösende Nanoskopie“ zusammengefassten Technologien. Für deren Entwicklung erhielten die Wissenschaftler Eric Betzig, Stefan W. Hell und William E. Moerner im Jahr 2014 den Chemie-Nobelpreis.

Willig,geboren 1975, studierte Physik an der Universität Würzburg. 2006 wurde sie unter Leitung des späteren Chemie-Nobelpreisträgers Hell an der Universität Heidelberg promoviert. Während ihrer Postdoczeit in der Abteilung Nano-Biophotonic am Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen, ebenfalls unter Leitung von Hell, entwickelte sie Anwendungen für STED-Mikroskopie im lebenden Gewebe. Seit 2014 ist sie Leiterin der Nachwuchsgruppe „Optische Nanoskopie in den Neurowissenschaften“ am CNMPB mit Sitz am Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin in Göttingen.

Der Lennart-Nilsson-Preis der gleichnamigen Stiftung wird einmal im Jahr an Personen für herausragende Beiträge im Bereich der wissenschaftlichen und medizinischen Fotografie verliehen. Die Verleihung erfolgt seit 1998 zu Ehren des schwedischen Fotografen Lennart Nilsson. Dieser erlangte weltweite Anerkennung insbesondere für seine medizinischen Aufnahmen. Der Preis wird traditionell bei der jährlichen Inaugurationszeremonie des Karolinska Institutes in Stockholm verliehen.

In vivo STED-Mikroskopie: Mittels super-hochauflösender Mikroskopie lassen sich die feinen dendritischen Fortsätze von Neuronen, die ein fluoreszierendes Markermolekül bilden, in noch nie da gewesener Detailschärfe im visuellen Kortex einer lebenden Maus darstellen. ©Science

In vivo STED-Mikroskopie: Mittels super-hochauflösender Mikroskopie lassen sich die feinen dendritischen Fortsätze von Neuronen, die ein fluoreszierendes Markermolekül bilden, in noch nie da gewesener Detailschärfe im visuellen Kortex einer lebenden Maus darstellen. ©Science

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