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Facetten eines großen Gelehrten

Lichtenberg-Ausstellung Facetten eines großen Gelehrten

Georg Christoph Lichtenberg war vielseitig interessiert, experimentierfreudig, ständig auf der Suche nach neuen Erkenntnissen. Die Ausstellung „DingeDenkenLichtenberg“ in der Paulinerkirche setzt die vielen Facetten des großen Göttinger Gelehrten zueinander in Beziehung.

Paulinerkirche, Papendiek 14, Göttingen 51.533673 9.932099
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Spiegelteleskop in der Lichtenberg-Ausstellung in der Paulinerkirche.
 

Quelle: Hinzmann

Göttingen.  Nur Physik lehren oder nur schreiben? Für Georg Christoph Lichtenberg kam das nicht in Frage, er war vielseitig interessiert, experimentierfreudig, ständig auf der Suche nach neuen Erkenntnissen. Die Ausstellung „DingeDenkenLichtenberg“ in der Paulinerkirche setzt die vielen Facetten des großen Göttinger Gelehrten zueinander in Beziehung.

In seinem Gartenhaus konnte Lichtenberg sich von der akademischen Welt erholen, seine Sinne schärfen zwischen Obst, Gemüse und Rosen. Ein Gartenhaus hatte im 18. Jahrhundert nahezu jeder Professor in Göttingen. Lichtenberg besaß nacheinander drei verschiedene in der Stadt. Das Gartenhaus bildet auch einen schönen Rahmen in der Ausstellung „DingeDenkenLichtenberg“, die die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek (SUB) anlässlich des 275. Geburtstages Lichtenbergs zusammengestellt hat. Vier große weiße Rahmen in Hausform symbolisieren in der Paulinerkirche diese Rückzugsräume. In ihnen sind einige von Lichtenbergs erhaltenen physikalischen Instrumenten ausgestellt, zusammen mit Texten, Büchern, Seiten aus den Notizbüchern des Wissenschaftlers und Dichters, viele aus dem Besitz der SUB.

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Georg Christoph Lichtenberg war vielseitig interessiert, experimentierfreudig, ständig auf der Suche nach neuen Erkenntnissen. Die Ausstellung „DingeDenkenLichtenberg“ in der Paulinerkirche setzt die vielen Facetten des großen Göttinger Gelehrten zueinander in Beziehung.

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Hier findet sich etwa eine große Luftpumpe der englischen Firma Nairne & Blunt, eine Windbüchse, die Lichtenberg sehr spektakulär zur Demonstration des Luftdrucks benutzt haben soll. Ein Zylinderspiegel, Billardkugeln aus Elfenbein, mit denen er den Impulserhaltungssatz demonstriert hat, ein Teleskopspiegel, ein Zylinderspiegel. Zu all diesen Gegenständen haben die Kuratoren Texte Lichtenbergs gestellt. Zitate aus den Sudelbüchern, Lehrbüchern, aus seinen mehr als zahlreichen Notizbüchern. Auch Bücher anderer Gelehrter, die sich einst im Besitz Lichtenbergs befanden, sind hier zu sehen.

Objekte und Schriften in Schaukästen zeigen Lichtenberg auch von anderen Seiten. So etwa als Förderer. Lichtenberg half Johann Helfrich Müller bei der Vorstellung seiner Rechenmaschine. Müller führte sie 1784 an der Akademie der Wissenschaften in Göttingen vor, der Professor stellte seinen Hörsaal zur Verfügung.

Lichtenbergs Stil, Humor und Wissen

Eine schöne Zusammenstellung ist entstanden, die tatsächlich viel Wissenswertes zu Lichtenberg zeigt. Die Präsentation ermöglicht einen Einblick in Lichtenbergs Stil, seine Beobachtungen, seine Art Wissen zu sammeln und zu vermitteln, in seinen Humor. Auf seinem ersten Gartenhaus in der Hospitalstraße beispielsweise hat er seinen ersten Blitzableiter angebracht. Und anschließend die Vorbeigehenden belauscht und ihre Kommentare im Notizbuch festgehalten. Mächtig ärgerte sich der Physiker über diejenigen, die mit Experimenten wie Zauberkünstler auftraten. Allen voran über einen gewissen Meyer Philadelphia. „Das kann er in Nordheim machen, nicht aber auf einer Universität“. In seinem berühmten satirischen Avertissement stellte er Philadelphia bloß.

Wer will kann in der Ausstellung auch quasi in Originalen blättern. Auf mehreren Notebooks sind drei digitalisierte Notiz- und Tagebücher zur Verfügung gestellt.

„DingeDenkenLichtenberg“ entstand in enger Zusammenarbeit mit der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, der Historischen Sammlung des ersten Physikalischen Instituts, der Lichtenberg-Gesellschaft sowie der Zentralen Kustodie der Universität Göttingen. Die Ausstellung ist noch bis zum 3. Oktober dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr in der Paulinerkirche, Papendiek, 14, geöffnet.

Von Christiane Böhm

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