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3-D-Blick in Gewebeproben

‚Lichtscheiben‘-Mikroskop 3-D-Blick in Gewebeproben

Krankhaft veränderte Zellen in Gewebe-Biopsien besser und noch genauer als bisher möglich erkennbar zu machen, ist das Ziel eines Forschungsverbundes um Forscher und Mediziner der Universitätsmedizin Göttingen. Sie entwickeln und testen eine neuartige 3-D-Mikroskoptechnik für die Pathologie.

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Göttinger Partner im Projekt: Philipp Ströbel, Fred Wouters, Gertrude Bunt und Wolfgang Brück (von links). Foto: privat

Quelle: r

Göttingen. Liefern soll solche Bilder ein neues 'Lichtscheiben'-Mikroskop für dreidimensionale Aufnahmen von Gewebeproben, teilte die Universitätsmedizin Göttingen mit. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Verbundvorhaben im Programm „Photonische Systemlösungen für Medizin und Biotechnologie“ mit 5,8 Mio. Euro für drei Jahre.

Das Mikroskop soll für die Nutzung im diagnostischen Alltag von Pathologen konzipiert und die Anwendungsmöglichkeiten sollen in einer klinischen Studie erprobt werden. Mit dem neuen Mikroskopverfahren stünden erstmals 3D-Bilder von Patienten-Gewebeproben für eine genauere Diagnose zur Verfügung. Solche Bilder helfen dabei, neue Einsichten in Krankheitsmechanismen zu bekommen und die Behandlung von Patienten zu verbessern.

Ausgangspunkt für das Vorhaben sind Arbeiten von Prof. Fred Wouters, Labor für Zelluläre und Molekulare Systeme, und Dr. Gertrude Bunt, Technologieplattform für Klinische Optische Mikroskopie (CLINOMIC) am Institut für Neuropathologie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Beteiligt sind zudem die UMG-Institute für Neuropathologie und für Pathologie der UMG. Für die Umsetzung dieser Technologie in den routinemäßigen klinischen Betrieb wurden die Firmen Omicron-Laserage GmbH, Till-ID GmbH, PCO AG, Paul Marienfeld GmbH & Co. KG, MoBiTec GmbH und die Arbeitsgruppe von Prof. Hans-Ullrich Dodt der Technischen Universität Wien, mit in das Projekt eingebunden.

Zunächst sollen Anwendungen der 3D-Mikroskopie für die Gewebedarstellung bei Tumorerkrankungen und bei Multipler Sklerose erarbeitet werden. Insbesondere von der 3D-Darstellung von Lymphknoten-Metastasen erhoffen sich die Forscher, dass die dreidimensionale Information entscheidend zur Diagnose beiträgt. Das Ausloten der Anwendungsgebiete erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Verbundpartnern Prof. Dr. Wolfgang Brück, Direktor des Instituts für Neuropathologie der UMG, und Prof. Dr. Philip Ströbel, Direktor des Instituts für Pathologie der UMG. Eine unabhängige Validierung der klinischen Studie wird in Zusammenarbeit mit dem Pathologischen Institut des Städtischen Krankenhaus Karlsruhe durchgeführt.

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