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Göttingen Liquidator sucht Käufer für Filetstück
Campus Göttingen Liquidator sucht Käufer für Filetstück
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18:54 01.07.2011
Künftige Nutzung noch ungewiss: Gebäude der ehemaligen IWF Wissen und Medien gGmbH am Nonnenstieg. Quelle: Hinzmann
Göttingen

Als möglicher Käufer steht die Stadt Göttingen bereit: „Wir haben gegenüber dem Liquidator grundsätzlich unser Ankaufinteresse geäußert“, sagt Verwaltungssprecher Detlef Johannson auf Anfrage.

Derzeit sammelt die Stadt Informationen zum Gebäudebestand und wertet diese aus. Zu den weiteren Kriterien, die geprüft würden, so Johannson, zählten Planungs- und Baurecht, Nachbarschaft, Grundstücksgröße, -beschaffenheit und -belastungen, Altlasten und der Baugrund. „Mit Ergebnissen wird Anfang Juli gerechnet“, sagt Johannson. Über den Kaufpreis, so Scherer, sei bislang noch nicht verhandelt worden. Scherer will das Gelände zwar „so schnell wie möglich“ verkaufen, in „Zeitdruck“ sei er aber nicht.

Derzeit sind wegen des anstehenden Verkaufs „sämtliche Miet- und Nutzungsverträge zum nächstmöglichen Zeitpunkt“ von Liquidator Scherer gekündigt. Das betrifft auch den Hort der Höltyschule, der noch bis zum 31. Juli 2012 in dem Gebäude untergebracht ist. „Alternative Unterbringungsmöglichkeiten konnten trotz intensiver Suche nicht gefunden werden“, heißt es von Seiten der Stadtverwaltung auf eine SPD-Ratsanfrage. Daher plant die Verwaltung, die Höltyschule bereits zum 1. August 2012 zur Ganztagsgrundschule mit allen vier Jahrgängen weiterzuentwickeln. Der Schulausschuss hat dazu bereits im Mai eine Beschlussempfehlung abgegeben. Durch das geplante, für Eltern beitragsfreie Ganztagsangebot an vier Tagen in der Woche bis 15.30 Uhr sei mit einem rückläufigen Bedarf an Hortplätzen zu rechnen, meint die Verwaltung. Zusätzliche Hortgruppen außerhalb des Ganztagsangebotes seien daher „verzichtbar“. Johannson: „Auch die im Eigentum des IWF stehenden Grabelandflächen östlich des Habichtsweges mussten gekündigt werden.“

Bei einer neuen Nutzung des IWF-Geländes führt Johannson das städtebauliche Leitbild an, das vorgibt, „weitere Wohnbauflächen durch Umnutzung bislang anders genutzter Flächen im Innenbereich der Stadt auszuweisen.“ Aufgrund der benachbarten Nutzungen eigne sich die IWF-Fläche in besonderer Weise für den Wohnungsbau. „Denkbar ist aber auch eine Folgenutzung durch die Universität oder andere wissenschaftliche Einrichtungen, wenn damit eine Erhaltung der Gebäudestruktur verbunden wäre.“ Johannson weist auf einen weiteren Aspekt hin: „Nicht alle Entwicklungsziele kann man durch die Planungshoheit erreichen. Manchmal ist auch die konkrete Verfügbarkeit eines Grundstücks als Eigentümer erforderlich.“

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