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Göttingen Maren Gottschalk liest aus ihrer Gutenberg-Biografie
Campus Göttingen Maren Gottschalk liest aus ihrer Gutenberg-Biografie
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17:00 14.09.2018
Die Historikerin und Journalistin Maren Gottschalk beschäftigt sich mit Gutenberg. Er habe mit seiner ersten Druckerpresse der Massenkommunikation erst möglich gemacht. Quelle: Foto: r
Göttingen

Gottschalks Buch „Johannes Gutenberg- Mann des Jahrtausend“ ist im Frühjahr im Bölau-Verlag, der zum Göttinger Verlag Vandenhoeck & Rupprecht gehört, erschienen. Bei der Ausstellung „Gutenberg in Göttingen“ in der Paulinerkirche wird Gottschalk am Dienstag, 17. September, um 18 Uhr daraus lesen.

Nur wenige Erfindungen haben das Leben der Menschen so verändert wie der Buchdruck mit beweglichen Lettern, heißt es im Vorwort der Historikerin und Journalistin. Gutenberg habe mit seiner ersten Druckerpresse den Hebel umgelegt, der Massenkommunikation, Information und Bildung für alle erst möglich machte. Über Gutenberg selbst ist lediglich bekannt, dass er um 1400 geboren wurde, vermutlich studiert hat und dass er vor dem 26. Februar 1468 gestorben ist.

Bei der Quellenlage eine Biografie zu schreiben, sei eine besondere Herausforderung gewesen, so Gottschalk. So ganz anders als etwa bei der Biografie über Andy Warhol, die sie davor geschrieben hat. „Da ertrinkt man ja fast im Material“. Für ihr Gutenberg-Buch habe sie zunächst Quellen zusammengetragen. Einiges ediertes Material gebe es ja. Auch andere haben schon über Gutenberg geschrieben, haben die Lücken über ihn als Person versucht zu füllen, Theorien entwickelt. Wenn man sich selber in das Thema hineinbegebe, bekomme man irgendwann eine eigene Sicht.

Maren Gottschalk

Maren Gottschalk hat Geschichte und Politik studiert. Sie promovierte in Mittelalterlicher Geschichte. Seit vielen Jahren schreibt die Historikerin und Journalistin Biographien für junge Leser und Erwachsene unter anderem über Andy Warhol, Nelson Mandela, Sophie Scholl und Frida Kahlo. Daneben arbeitet sie für den WDR-Hörfunk und verfasst regelmäßig Beiträge für die Sendung „Zeitzeichen“. 2007 erhielt sie den Kurz Lorenz Preis Leverkusen und 2015 den Luchs-Preis für Kinder- und Jugendliteratur für Factory Man (Andy Warhol).

Sie habe überlegt, wie sie erzählen wolle, wie sie dem Leser das Leben nahe bringen könne. Sie wollte auch über das Leben im Mittelalter erzählen. „Das Mittelalter war im Studium mein Hauptfach, hier hatte ich endlich mal Platz über das Leben zu schreiben“, erzählt Gottschalk. Viel wissenswertes erfährt der Leser auch über Religiosität, Pilgertum und Ernährung.

Bei all ihrer Recherche habe sie irgendwann einen Moment gehabt, da habe sie gedacht. „Jetzt hab ich ihn.“ Zumindest eine Zipfel von Gutenbergs Rock. In Mainz sei sie unterwegs gewesen. Habe festgestellt, dass ja kaum noch ein Gebäude stand und habe sich beim Blick auf einen historischen Stadtplan gefragt ob sie jetzt wirklich all diese Orte ablaufen solle, wenn es über all nur Tafeln gebe. Sie sei dann aber tatsächlich von a nach b nach c, vom Ort der ersten Druckerei, zur ersten Wohnung. „Eine kleine Zeitreise auf Gutenbergs Koordinaten“ sei das gewesen. Auf seinen Wegen habe sie ein Gefühl für den Menschen bekommen.

Gutenberg, da ist sich Gottschalk sicher, war ein sehr kommunikativer Mensch. Auf keinen Fall ein verdruckstes, maulfaules, schüchternes Genie. „Er hat die Leute dazu gebracht, ihm immer wieder viel Geld zu geben. Er hat viele für seine Ideen begeistert“, so die Autorin. Und ein Perfektionist sei er gewesen. Unter seinen ersten Drucken war eine kleine Grammatik , da ließ sich Geld mit verdienen. Er habe sich das alles sehr genau ausgetüftelt, so Gottschalk. „Und dann gleich der Griff zu den Sternen: die Bibel.“

Die Lesung von Maren Gottschalk beginnt am 17. September um 18 Uhr im Vortragsraum des Historischen Gebäude der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek (SUB) in Göttingen, Papendiek 14.

„Johannes Gutenberg – Mann des Jahrtausends“, Maren Gottschalk, 2018, 160 Seiten, mit zahlr. Farbigen Abbildungen, ISBN 978-3-412-51250-7, 17 Euro.

Von Christiane Böhm

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