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Maßnahmen gegen illegale Wilderei

Naturschutzbiologie der Universität Göttingen Maßnahmen gegen illegale Wilderei

Weltweit dienen Schutzgebiete der Erhaltung der Artenvielfalt. Allerdings entstehen in diesen Gebieten auch Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren. Göttinger Wissenschaftler sollen die Effektivität von unterschiedlichen Maßnahmen zur Abmilderung solcher Konflikte bewerten.

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Von Göttinger Wissenschaftlern getestet: Schutzhalsband an Schafen in Südafrika.

Quelle: Khorozyan

Göttingen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt „Promoting co-existence between local people, carnivores and biodiversity conservation by conflict and poaching mitigation” ab 1. Januar 2017 drei Jahre lang mit insgesamt rund 350 000 Euro. Forscher der Abteilung Naturschutzbiologie der Universität Göttingen führen es durch.

Schutzgebiete spielen neben der Erhaltung der Artenvielfalt auch eine sozioökonomische Rolle, weil sie Arbeitsplätze schaffen, Erholung ermöglichen und wichtige Ökosystemfunktionen, wie beispielsweise die Wasser- und Bodenqualität, erhalten. „Direkte Anrainer von Schutzgebieten haben jedoch oft eine negative, manchmal sogar feindliche Einstellung aufgrund eingeschränkter Nutzungsmöglichkeiten bei gleichzeitigem Fehlen von Alternativen“, erklärt Dr. Igor Khorozyan von der Abteilung Naturschutzbiologie. „Daher findet oft illegale Beweidung und Holzgewinnung sowie Wilderei statt.“

Bei dem Projekt soll bewertet werden, wie effektiv Maßnahmen zur Abmilderung von Konflikten beitragen: Gemeinsam mit Schäfern sollen der Einsatz von Schutzhalsbändern für Nutzvieh zur Abwehr von Leoparden untersucht werden, der gezielte Einsatz von Hirten und Herdenschutzhunden auf ihre Effektivität bei der Reduzierung von Nutztierverlusten sowie die Verbesserung der Einstellung gegenüber Raubtieren, Schutzgebieten und der Reduzierung von Wilderei. „Durch den Austausch mit Schafhaltern in Südafrika haben wir die Entwicklung der Schutzhalsbänder initiiert. Die ersten Versuche im Golestan Nationalpark im Iran erscheinen erfolgversprechend“, so Dr. Matthias Waltert.

Das DFG-Projekt soll auf den gesamten Bereich der kaspischen Wälder im Norden Irans ausgedehnt werden. Es ist eines der ersten Projekte, in denen kausale Zusammenhänge zwischen zwei globalen Bedrohungen für die Artenvielfalt – nämlich das Töten von Nutzvieh durch andere Tiere sowie Wilderei – untersucht werden.

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