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Medizinische Handgriffe im STÄPS lernen

Kurse für Studenten Medizinische Handgriffe im STÄPS lernen

Das Abnehmen von Blut, das Röntgen oder Durchführen einer Ultraschall-Untersuchung, lernen angehende Ärzte im Studentischen Trainingszentrum ärztlicher Praxis und Simulation (STÄPS) der Göttinger Universitätsmedizin.

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Im Studentischen Trainingszentrum ärztlicher Praxis und Simulation (STÄPS) der Göttinger Universitätsmedizin werden Medizinstudenten praktisch ausgebildet. Das Stäps ist eines der größten und modernsten solcher Trainingszentren in Deutschland.

Quelle: Hinzmann

Göttingen.  Unter Anleitung von Kommilitonen üben sie die Fertigkeiten in Kleingruppen.

„In unserem Studium überwiegt die Theorie“, berichtet Medizinstudentin Imke Sahlmann. „Unterrichten Ober- oder Chefärzte, trauen sich viele nicht, Fragen zu stellen“, ergänzt ihr Studienkollege Thomas Brudel. Die beiden gehören zu den mehr als 20 Tutoren, die jeweils in Zweier-Teams Gruppen von drei bis zehn Studierenden betreuen.

Das STÄPS bietet außerhalb des regulären Lehrplans gut 20 verschiedene, freiwillige Tutorien an, die jeweils ein bis drei Stunden dauern und immer abends stattfinden. Es gibt zunächst einen theoretischen Input. Dann erarbeitet sich die Gruppe die jeweiligen Fertigkeiten mit Geräten an Simulatoren, Trainingspuppen und Modellen. Jeder darf selbst Hand anlegen. Keiner soll nur zuschauen.

„Viele Tutoren haben bereits zuvor Lehrerfahrungen gesammelt“, sagt die ärztliche Leiterin des STÄPS, die habilitierte Allgemeinmedizinerin Anne Simmenroth. Bevorzugt eingestellt würden Studierende, die bereits eine Berufsausbildung als Krankenpfleger, Operationstechnischer Assistent oder – wie Brudel – als Rettungsassistent absolviert hätten. Unverzichtbar sei die Bereitschaft, im Team zu arbeiten.

„Alle Tutoren befassen sich zunächst während eines Einführungswochendes mit Methoden der Wissensvermittlung“, führt Prof. Simmenroth aus. Die Tutoren vermittelten ihre Kenntnisse an 15 bis 20 Stunden im Monat an Kommilitonen. Während des Semesters biete das STÄPS fünf bis acht Tutorien pro Woche an. Der Job sei beliebt. Es gebe eine Warteliste. „Wir werden selber viel sicherer bei den manuellen Tätigkeiten“, sagt Tutorin Sahlmann. Dass sei ihr während ihrer Famulaturen, ihrer ärztlichen Praktika, bereits zugute gekommen. 

Eingerichtet wurde das STÄPS 2009 auf Initiative der Fachschaft. Finanziert mit Studiengebühren, die von 2006 bis 2014 in Niedersachsen erhoben wurden, richtete die Universitätsmedizin auf einer Fläche von 1200 Quadratmetern mehr als 20 Räume her. So entstand eines der größten und modernsten solcher Trainingszentren in Deutschland. Den Betrieb finanziert die Universitätsmedizin heute mit Studienqualitätsmitteln, mit denen Land Niedersachsen nach Wegfall der Studiengebühren Projekte fördert. 

Die ärztliche Leitung des STÄPS liegt von Anfang an bei Simmenroth. Sie arbeitet wissenschaftlich im Bereich der Medizindidaktik. „Die Vermittlung von manuellen Fertigkeiten beim Peer Teaching, dem Unterricht durch Gleichaltrige, ist nachweislich genauso gut, wenn nicht sogar besser als die regulärer Lehre“, berichtet die Ärztin.

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