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Medizinpreis für Göttinger Herzforscherin

Ursachen von Herzschwäche untersucht Medizinpreis für Göttinger Herzforscherin

Für ihre Forschungsarbeit über die Bedeutung des Gastrointestinaltrakts und der Darmflora hat Dr. Anja Sandek den Oskar-Medizinpreis 2015 der Oskar-Helene-Heim-Stiftung erhalten. Die Oberärztin der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) untersuchte Wechselwirkungen zwischen den Organen Herz und Darm.

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Preisträgerin Anja Sandek

Quelle: UMG

Göttingen. Seit 2004 untersucht Privatdozentin Sandek den Gastrointestinaltrakt (Verdauungstrakt) und das Mikrobiom (Darmflora) bei Patienten mit chronischer Mangeldurchblutung der Darmschleimhaut. Aus Sicht von Herzexperten ist der Darmtrakt aus mehreren Gründen bedeutsam: Bei chronischer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) hat der Darmtrakt durch die große Menge Darmbakterien das Potential, eine kontinuierliche Entzündung und dadurch herzschädigende Wirkung zu unterhalten. Immer mehr Studien schreiben den Darmbakterien eine maßgebliche Rolle bei der Entstehung von Stoffwechselerkrankungen und Arteriosklerose zu. Somit wäre der Darm nicht nur für das Fortschreiten der Erkrankung Herzinsuffizienz, sondern auch an der Entstehung von kardiovaskulären Erkrankungen beteiligt.

 

Mit ihrer interdisziplinären Arbeitsgruppe konnte Sandek, die seit 2015 im UMG-Herzzentrum tätig ist, ihre Überlegungen zu einem Zusammenhang von Darmflora und Herzschwäche erstmals bei Patienten mit chronischer Herzschwäche untersuchen und analysieren. Bei allen Patienten mit chronischer Herzschwäche ließ sich eine empfindliche Veränderung des Darms nachweisen. Die Untersuchungen fanden interdisziplinär in Zusammenarbeit mit Kollegen aus der Gastroenterologie statt.

 

„Wir planen jetzt, mehrere therapeutische Ansätze zu untersuchen. Ziel wird es sein, sowohl die Darmbarriere als auch schleimhautprotektive Darmbakterien zu stärken und die Entzündungsspirale zu durchbrechen“, sagt Sandek. Das Preisgeld in Höhe von 25000 Euro steht der Medizinerin für die Fortsetzung ihrer Forschung zur Verfügung.

 

Die Stiftung Oskar-Helene-Heim in Berlin fördert Wissenschaft und Forschung in der Medizin, insbesondere der Orthopädie, der Lungenheilkunde, der Gastroenterologie und Viszeralchirurgie sowie der Orthopädietechnik. Zu diesem Zweck unterstützt die Stiftung Forschungsprojekte oder sonstige gemeinnützige gesundheitsfördernde Vorhaben, verleiht Stipendien und vergibt jährlich den Oskar-Medizinpreis und die Helene-Medaille.

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