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Göttingen Zweiter Jakob-Henle-Contest der Uni Göttingen
Campus Göttingen Zweiter Jakob-Henle-Contest der Uni Göttingen
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12:01 28.04.2018
Praktische Aufgabe (vorn v. l.): Ellen Boetticher, Eva Baier, Moritz Harenberg und Abass Eidizadeh müssen ein Unfallopfer untersuchen und möglichst alle Verletzungen und pathologischen Befunde finden. Dr. Daniel Heise (Hintergrund) gehört zur Jury und wertet das Verhalten und die Einschätzungen der Gruppe aus. Quelle: Niklas Richter
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Göttingen

Unterstützt wurde der Mediziner-Contest durch den Organisator des Paul-Ehrlich-Contests Axel Schunk von der Berliner Charité. Zusammen mit Coach Manuel Wallbach von der Abteilung Nephrologie und Rheumatologie der UMG führte er durch die Veranstaltung: „Es macht Spaß, die Studenten so begeistert zu sehen.“

The Flu Fighters (Team 1), The Cheerios (Team 5), Finding Pneumo (Team 2), GÖmer (Team 3) und Clueless cells (Team 4) standen mit dem Rücken zum Publikum und schauten auf eine große Leinwand, auf der alle Aufgaben erschienen. Jedes Team startete mit 300 Punkten, für jede richtige Antwort kamen Punkte hinzu, für jede falsche wurden welche abgezogen. In der zweiten Runde des Wettbewerbs, dem Lösen von klinischen Fällen, erhielten die Teilnehmer die Möglichkeit sich diagnostische Methoden zu „erkaufen“. Laborwerte kosteten beispielsweise fünf und ein CTG mit Kontrastmittel 30 Punkte. Für jede richtige Diagnose erhielten die Teams 250 Punkte.

In der ersten Runde zählte die Schnelligkeit beim Erkennen von Blickdiagnosen. Mithilfe einer Buzzeranlage, die von Schunk eigens aus Berlin mitgebracht worden war, verkündeten die Kandidaten ihre Antworten. Immer zwölf Bilder erschienen auf der Leinwand, eines zeigte beispielsweise ein blau-lila gepunktetes Baby, welches, wie Team 2 richtig erkannte, das Blueberry-Muffin-Syndrom hatte. Anhand von Röntgen-, Computertomografie (CT)- und Histologieaufnahmen [Gewebelehre] erstellten die Teams in Runde 4 pathologische Befunde.

In der letzten Runde stand eine praktische Aufgabe auf dem Programm: Ein Radfahrer, gespielt von Medizinstudent Tobias Scherf de Almeida, wurde von einem abbiegenden Auto erfasst. Die Teams wurden aufgefordert, alle Verletzungen und pathologischen Befunde des Unfallopfers in fünf Minuten zu erkennen. Dabei gingen die Teams sehr unterschiedlich vor: Team 5 stellte beispielsweise sehr viele Fragen, tastete aber gleichzeitig den Körper ab und drehte das Opfer auf den Rücken. Team 1 hingegen beschränkte sich fast nur auf Fragen wie „Können Sie mich hören?“ oder „Was tut weh?“.

In der dritten Runde bekamen die Teams jeweils eine Multiple-Choice-Frage an einer Quiz-Wand präsentiert, die statt in Schwierigkeitsgrade in fünf Studienjahre eingeteilt war. Die Studenten, alle zwischen dem fünften und zehnten Semester, konnten zwischen Fragen für 20 bis 100 Punkte wählen.

„Es ist toll zu sehen, wie gut die Studierenden sein können und in freier Lernatmosphäre außerhalb der Module und Klausuren über sich hinauswachsen“, sagte Wallbach. Das Gewinnerteam „The Flu Fighters“ von der Medizinischen Universität Innsbruck sah das ähnlich: „Das Lernen für den Contest unterscheidet sich vom Lernen für Klausuren, da werden immer nur Detailfragen abgefragt, hier ist das große Ganze gefragt“, sagte Filipp Sokolowski. Der erste Platz motiviere das Team für weitere Wettstreite Gas zu geben: „Man weiß nie, wie gut man im Vergleich zu anderen Teams ist“, erklärte Antonius Abousif.

„Fantastisch, was ich hier heute erleben durfte. Auch ich habe einiges Neues gelernt“, sagte Jurymitglied Michael Koziolek von der Klinik für Nephrologie und Rheumatologie. Besonders erfreute er sich an den Gastteams aus Innsbruck: „Medizin verbindet, und das sollten wir auch fortsetzen.“ László Füzesi, Dozent für Pathologie an der UMG, und Daniel Heise vom Zentrum für Anästhesie vervollständigten die Jury.

Aus den 20 Studierenden bilden sich nun zwei Fünfergruppen, ein Göttinger- und ein Innsbrucker-Team, die sich im Juni in Berlin beim Paul-Ehrlich-Contest mit den besten medizinischen Fakultäten im deutschsprachigen Raum messen werden.

Von Madita Eggers

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