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Göttingen In der Warteschleife nach Teilstudienplatz
Campus Göttingen In der Warteschleife nach Teilstudienplatz
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14:46 08.05.2018
Oft ausgebremst: Medizinstudenten mit einem Teilstudienplatz. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Pauline Röhrig wartet seit drei Semestern auf einen Studienplatz für Medizin. Sie hatte einen Teilstudienplatz in Göttingen und verschickt seit ihrem Physikum jedes Semester etwa 20 Bewerbungen. Ihr Abitur-Notenschnitt von 2,7 sei das Problem, sagt Röhrig. Sie würde gerne Landärztin werden, gerade dieser Job werde in Deutschland gebraucht. Doch nun hängt sie für ungewisse Zeit in der Warteschleife, nachdem sie einen Teilstudienplatz in Göttingen angenommen hatte.

Studienplatz-Anzahl für theoretischen Teil der Ausbildung wird an der Zahl der Lehrkräfte bemessen

Der Gesetzgeber schreibe den Unis vor, die größte auszubildende Anzahl von Studierenden aufzunehmen, erklärt Professor Lorenz Trümper von der Universitätsmedizin Göttingen. Diese Anzahl für den theoretischen Teil der Ausbildung werde an der Zahl der Lehrkräfte bemessen. Beim praktischen Teil der Ausbildung richte sie sich nach der Anzahl der Patienten in der Klinik. In Göttingen gebe es viele Lehrkräfte für die theoretische Ausbildung, allerdings aufgrund der Klinikumsgröße weniger praktische Ausbildungsplätze. „Daraus ergeben sich mehr vorklinische als klinische Plätze“, so Trümper. Das seien die Teilstudienplätze. Die Anzahl der klinischen Studienplätze sei erhöht worden, die Qualität der Lehre dürfe aber nicht leiden.

„Mit erfolgreichem Abschluss des vorklinischen Studienabschnittes erfolgt die Exmatrikulation“, schreibt die Stiftung für Hochschulzulassung auf ihrer Homepage. Weiter heißt es: „Damit eine Fortsetzung nach dem vorklinischen Studienabschnitt möglich ist, müssen Sie sich weiterhin bei hochschulstart.de für Medizin bewerben, um eine unbeschränkte Zulassung zu erreichen.“

Unis haben unterschiedliche Anforderungen und Fristen

„Die Warterei ist zum verrückt werden“, sagt Röhrig. Die früheren Kommilitonen redeten viel über die Erfahrungen, die sie in der Klinik sammeln. Sie hingegen habe manchmal tagelang geweint. Mit dem Gedanken, alles hinzuschmeißen, ging sie zur Studienberatung. Dort habe ihr eine Mitarbeiterin erklärt, wie viel Geld ihr Studium den Staat bereits gekostet hätte. Röhrig entschloss sich dazu, sich weiter zu bewerben. Jede Uni habe andere Anforderungen und Fristen. Im Internet organisieren sich Medizinstudenten, um eine Excell-Tabelle zu erstellen, die die Bewerbungsmodalitäten der Unis wiedergibt. „Das Medizinstudium ist schon schwierig genug, da braucht man nicht noch einen solchen Dämpfer“, lautet ihr Fazit.

Mehr dazu: UMG Göttingen und Städtisches Klinikum Braunschweig kooperieren

Von Julian Habermann

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