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Mehr als nur Englischkenntnisse

Uni Göttingen startet systematische Internationalisierung der Lehrpläne Mehr als nur Englischkenntnisse

Online übertragene Vorlesungen mit Experten aus aller Welt und eine verstärkte Auseinandersetzung mit eigenen und fremden kulturellen Welten: Die Universität Göttingen hat begonnen, ihre Lehrpläne, die Curricula, systematisch zu internationalisieren.

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Etwa 30 Prozent der Göttinger Studenten verbringen ein Semester im Ausland.

Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen. Das vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur mit 83.000 Euro geförderte Pilotprojekt beginnt ab Januar 2016 an drei Fakultäten. „Bundesweit sind wir die erste Hochschule, die internationale Inhalte systematisch in die Curricula aller Fächer integriert. Das hat Pilotcharakter“, sagt Prof. Dr. Hiltraud Casper-Hehne, Vizepräsidentin für Internationales der Georgia Augusta. „Auch Vertreterinnen und Vertreter der deutschen Hochschulrektorenkonferenz sind an dem Göttinger Konzept interessiert und werden eine bundesweite Arbeitsgruppe zur Internationalisierung der Curricula einrichten.“

Obwohl mit 30 Prozent vergleichsweise viele Göttinger Studierende ein Semester im Ausland verbringen oder dort ein Praktikum absolvieren, bleibt ein Großteil von ihnen doch während des Studiums vor Ort. „Nun sollen die Studierenden an der Heimathochschule noch mehr internationale und interkulturelle Kompetenzen erwerben, das ist auch angesichts der steigenden Migration in der Gesellschaft und der zunehmenden Diversität an unserer Universität ein wichtiges Anliegen“, so Projektkoordinatorin Tanja Reiffenrath von der Abteilung Studium und Lehre. „Wir arbeiten an dem Branding ‘University of Göttingen: Education for a Global World – at Home and Abroad’”, ergänzt Casper-Hehne.

In einem ersten Schritt wurden die bestehenden international und interkulturell ausgerichteten Angebote an den drei Fakultäten -Theologische, Juristische und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät- erhoben. Dazu zählen englischsprachige Vorlesungen und Seminare, kulturvergleichende und kulturbezogene Lehrangebote sowie Austauschmöglichkeiten mit ausländischen Partnerhochschulen. Studierende sowie Mitarbeiter der Fakultäten erarbeiten nun gemeinsam mit Vertretern aus Wirtschaft und Gesellschaft Konzepte, um das Studium noch internationaler zu gestalten. 

So gibt es an der Theologischen Fakultät regelmäßig Vorlesungen zur interkulturellen Theologie, bei denen nun auch mehrere Vorträge durch Live-Schaltungen von außereuropäischen Experten aus dem asiatischen oder afrikanischen Raum integriert werden. Im Gegenzug erhalten die Studierenden der ausländischen Partnerhochschulen die Möglichkeit, Göttinger Vorlesungen durch Videokonferenzschaltungen zu folgen. Ergänzend dazu gibt es in den Seminaren mehr Zeit und Raum zur vergleichenden Auseinandersetzung mit der eigenen und der fremden Kultur, insbesondere in Hinblick auf spätere Tätigkeitsfelder in Beruf und Gesellschaft. 

Durch den Aufbau gemeinsamer Plattformen im Internet sollen Studierende verschiedener Fakultäten zukünftig auch gemeinsam mit Studierenden der Partnerhochschulen aus den USA, Japan oder China bereits im Bachelorstudium forschungsorientierte Projekte grenzüberschreitend durchführen. Im Herbst 2016 wird die Universität Göttingen zu diesem Thema eine internationale Tagung durchführen, auf der Best-Practice Beispiele zur Internationalisierung der Curricula und zur Internationalisierung der Lehre präsentiert, diskutiert und für die Universität Göttingen fruchtbar gemacht werden sollen. pug

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