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Modellprojekt in Göttingen

"Flüchtlinge ins Studium" Modellprojekt in Göttingen

„Flüchtlinge ins Studium“ lautet der Name eines Modellprojekts von Volkshochschule Göttingen/Osterode und der Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen. Mit Sprachkursen und umfangreichen Beratungsangeboten werden die Teilnehmer auf ein Studium in Deutschland vorbereitet.

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Abdulkader Alasfar und Mohammad Thalijeh wollen in Deutschland studieren.

Quelle: Lieske

Göttingen. Syrien, Afghanistan, Iran, Kosovo – die Kursteilnehmer sind bunt gemischt und doch eint sie ein Ziel: Deutsch lernen. Abdulkader Alasfar und Mohammad Thalijeh aus Syrien sind froh, den Deutschkurs besuchen zu können. „Ich möchte Betriebswirtschaft studieren“, sagt Alasfar. Thalijeh will sein in Syrien begonnenes Studium der Zahnmedizin wieder aufnehmen. Auch Bajram Rexha und Dafine Maliqi aus dem Kosovo hoffen auf die Göttinger Universität. „Ich würde gern weiter studieren“, sagt Maliqi. Sie habe bereits fünf Semester Sozialwissenschaften absolviert. Rexha möchte sein Architekturstudium beenden.

„Sie sind alle sehr fleißig und froh über diese Möglichkeit“, sagt Yana Shkalikova von der VHS über die 18 Flüchtlinge, die sie täglich unterrichtet. Der Kontakt ihnen sei überwiegend durch Gespräche aus der Anerkennungsberatung zustande gekommen, berichtet Christine Müller von der BIGS. Dieses Beratungsangebot richte sich an Flüchtlinge mit einem fluchtbedingt abgebrochenen Studium. „Sie sollen sofort ihr Potenzial nutzen, um die Aufnahme eines Studiums zu erleichtern“, sagt Holger Martens, Leiter der BIGS-Geschäftsstelle Göttingen.

Neben der VHS, die den Deutschunterricht organisiert, sind auch die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) und die Universität Göttingen Teil des Projekts. Als Gasthörer können die Flüchtlinge an Vorlesungen teilnehmen und so die Einrichtungen kennenlernen.

In den ersten sechs Monaten des zehnmonatigen Kurses erwerben die Sprachanfänger Schritt für Schritt fortgeschrittene Deutschkenntnisse. „Sie sollen sich zunächst auf Deutsch verständigen können“, erklärt Natalia Hefele von der BIGS. In den letzten vier Monaten werden sie auf die Deutsche Sprachprüfung zum Hochschulzugang (DSH) vorbereitet. Diese ist für ausländische Bewerber Voraussetzung für die Aufnahme eines Studiums in Deutschland. „Die üblichen Integrationskurse sind deutlich kürzer“, sagt Martens. Das erworbene Sprachniveau reiche außerdem nicht für die Aufnahmeprüfung an Universitäten. Zusätzlich gibt es für die 18 Teilnehmer ein umfangreiches Beratungsangebot zu den Möglichkeiten des deutschen Arbeitsmarktes.

Finanziert wird das Projekt als Teil der Landesinitiative „Offene Hochschule Niedersachsen“ durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK). Das Pilotprojekt läuft noch bis Dezember 2016. fl

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